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Hochwasserschutz in der Prignitz : Wehranlage wird modernisiert

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bauarbeiten am Wehr Neuwerben laufen noch bis 2018 / Bei einem Hochwasser wäre die Anlage dennoch funktionstüchtig

Die bei Hochwasser eine entscheidende Rolle spielende Wehrgruppe in Quitzöbel wird saniert. Aktuell laufen Umbauarbeiten am Wehr Neuwerben in drei Abschnitten: Wehrbrücke, Massivbau und Stahlwasserbau.

Begonnen wurde schon 2014 mit der Umverlegung von Kabeln im Brückenbereich, Ende 2018 soll der Umbau abgeschlossen sein. Darüber informiert Steffen Kern vom zuständigen Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt. Die Kosten belaufen sich auf rund 15 Millionen Euro.

Die Bauphase Wehrbrücke soll Ende Juli 2016 abgeschlossen sein. „Wir werden die Tragfähigkeit auf 30 Tonnen erhöhen“, sagt Kern. Einschränkungen des Wehrbetriebes gebe es dadurch nicht. „Der Zugang zu den Wehrtürmen ist gesichert, unter anderem haben wir einen Bediensteg errichtet. Das Wehr kann also bedient werden.“

Während der zwei folgenden Bauabschnitte bildet das Neuwerbener Wehr weiterhin einen ständigen Abschluss der Elbe gegen die Havelniederung. Dafür sorgt eine Bauspundwand. „Es wird zeitgleich immer nur eines der Schützen ausgetauscht, beginnend mit dem Nordschütz“, erklärt Steffen Kern.

Sollte der Wasserstand so hoch ansteigen, dass die Bauspundwand überspielt und die Baugrube geflutet wird, könne das Wehr mit den in Funktion verbleibenden Verschlüssen genutzt werden. „Das in Bau befindliche Schütz könnten wir notverschließen.“ Auch eine Flutung der Havelpolder, wie zuletzt beim Hochwasser 2013, sei jederzeit möglich.

Für den Hochwasserschutz kritische Arbeiten würden im Ablaufplan berücksichtigt. „Die besonders hochwasserkritischen Monate schließen wir dabei aus, so dass die Wahrscheinlichkeit einer Flutung während der kritischen Bauphasen sehr gering ist“, erläutert Kern.

Direkt vor dem Baubeginn werde zusätzlich ein konkreter Havarie-/Hochwasserschutzplan erarbeitet. Während des zweiten und dritten Bauabschnitts sei jedoch keine Wasserspiegelerhöhung der Elbe durch Havelwasser über das Wehr Neuwerben möglich. Der Abfluss der Havel müsse durch das Durchstich- und Altarmwehr gewährleistet werden.

Die Arbeiten sehen im Detail die Untergrundverpressung im Sohlbereich und die Verlängerung der Sohlbefestigung auf der Elb- und Havelseite vor. Die unteren Auflagen der Schützentafeln werden erhöht, Spundwände als dichte Haltewände für die Außenpfeiler eingebaut. Alle Wehrtürme erhalten außerdem neue Dächer und einen neuen Außenputz. Abschließend werden die drei Rollschütze und die Revisionsverschlüsse neu errichtet sowie die Steuerungstechnik ersetzt.

 

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erstellt am 17.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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