Pedalritter können Prignitzer Wunschrouten planen : Wegweiser spätestens im Mai fertig

Carola Krakow, Mitarbeiterin im Tourimusverband, ist ab sofort „ADFC-Routeninspektor“ für die Prignitz. Das Zertifikat erhielt sie gestern von Dr. Wolfgang Richter.
Carola Krakow, Mitarbeiterin im Tourimusverband, ist ab sofort „ADFC-Routeninspektor“ für die Prignitz. Das Zertifikat erhielt sie gestern von Dr. Wolfgang Richter.

Knotenpunktsystem für Radler ist fast abgeschlossen. Carola Krakow ist ab sofort Radwegekoordinatorin für die Reiseregion Prignitz.

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12. Februar 2014, 22:00 Uhr

Noch fehlen einige Wegweiser, doch das Projekt Knotenpunktsystem steht kurz vor seinem Abschluss. „Mit Beginn der Radsaison, spätestens im Mai, sollen alle Knoten mit den speziellen Wegweisern ausgestattet sein“, informierte gestern Uwe Neumann, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz. Wie weit ist die Umsetzung des kreisübergreifenden Radroutennetzes? Das war eines der Themen beim gestrigen Rad-Workshop Prignitz im Wittenberger Kultur- und Festspielhaus, zu dem der Tourismusverband einlud. Der Workshop brachte Leistungsträger, Kommunen, Landkreise und an Radtourismus interessierte Bürger auf den aktuellen Stand und informierte über neue Projekt- und Marketingstrategien.

Teil eins der vernetzten Radwegweisung in den Bereichen Elbtalaue, Karstädt, Plattenburg, Wittenberge und Perleberg wurde bereits 2012 abgeschlossen. Jetzt folgt der vom Land Brandenburg geförderte zweite Teil mit der Integration der östlich gelegenen Bereiche Putlitz-Berge, Groß Pankow (Prignitz), Pritzwalk, Meyenburg, Gumtow sowie im Nachbarkreis die Regionen Wittstock, Heiligengrabe, Kyritz, Wusterhausen und Neustadt/Dosse in das Knotenpunktsystem. Rund 120 Knoten verbinden dann ein über 1100 Kilometer langes Radroutennetz.

Der Vorteil: Die Radtouristen können künftig beim Tourismusverband und in den Touristinfos der Kommunen ihre Wunschrouten auf speziellen Knotenpunktkarten erstellen lassen. „Hier ist die Kreativität der Mitarbeiter gefragt“, sagt Uwe Neumann. Mit Hilfe der Knoten lassen sich so unzählige individuelle Routen planen. „Neulich wurde zum Beispiel vorgeschlagen, Touristen eine Fahrradtour zu Kirchen mit Taufengeln anzubieten. Eine tolle Idee.“

2013 erhielt die Prignitz mehrere Preise als herausragende Radlerregion: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) zertifizierte sie als eine von nur zwei Regionen Deutschlands als „ADFC-RadReiseRegion“. Das Land vergab für die Knotenpunktwegweisung den brandenburgischen Tourismuspreis. Die Zertifizierungen boten gestern Anlass für ein Fazit. „Die Infrastruktur ist auf einem hohen Niveau“, attestierte Dr. Wolfgang Richter vom Berliner „Radschlag“-Büro für Tourismus und Radverkehr der Prignitz. Nachholbedarf bestehe noch im gastronomischen Angebot entlang der Routen. „Hier bemängeln Touristen oft, dass Cafés oder Gaststätten erst am Nachmittag öffnen würden.“ Die unzureichenden Öffnungszeiten seien aber auch in anderen Regionen ein Problem. Zudem sei das Angebot an E-Bikes noch ausbaufähig. Bislang gebe es lediglich in Wittenberge an der Ölmühle und in Wittstock die Möglichkeit, sich solche elektrisch betriebenen Fahrräder auszuleihen. In diesem Zusammenhang müsse es zudem sichere Abstellplätze für E-Bikes, aber auch für herkömmliche Räder geben.

Verantwortlich für Radthemen und die die Koordination der beteiligten Institutionen ist seit dem 1. Februar Carola Krakow vom Tourismusverband. Als Radwegekoordinatorin laufen bei ihr nun alle Fäden zusammen. Sie ist in der gesamten Reiseregion unterwegs, informiert über barrierefreie Radwege, betreut und koordiniert ehrenamtlich tätige Streckenverantwortliche, ist Ansprechpartnerin für Kommunen, Landkreis, Landesstraßenamt, Radvereine und Radtouristen.

Beim ADFC absolvierte sie darüber hinaus eine mehrtägige Schulung zur sogenannten Routeninspektorin und nimmt im Auftrag des Bundesverbandes die Routenerfassung von Radfernwegen und RadreiseRegionen vor. Das Zertifikat überreichte ihr gestern Wolfgang Richter.

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