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Plattform Badeanstalt : „Weg mit der Ruine“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bauausschuss spricht sich gegen den Erhalt des Bauwerkes aus

Die Stadt wird die Badeanstalt-Plattform am Deich nicht kaufen und Instandsetzen. „Weg mit der Ruine“ fasste als Ausschussvorsitzender Karsten Korup die Diskussion um Erhalt oder Nichterhalt im Bau- und Wirtschaftsausschuss zusammen. Der Ausschuss möchte aber, dass der Deich nach Abbruch der Plattform dort etwas verbreitert wird, damit an dieser Stelle eine Art Aussichtspunkt erhalten bleibt. Eine Tafel soll an die Badeanstalt erinnern.

Die Plattform, auf der bis zur Wende das Haus der Badeanstalt stand, gehört dem Landesumweltamt. Im Zuge einer Baumaßnahme in der Elbstraße will die Landesbehörde nach Angaben gegenüber der Redaktion das Relikt der Badeanstalt im Sommer zurückbauen. Als der „Prignitzer“ darüber berichtete, meldeten sich Wittenberger bei ihrer Heimatzeitung. Viele möchten die Plattform als Erinnerung und als einen touristischen Aussichtspunkt erhalten.

Auch beim Bürgermeister gingen zwei Schreiben ein. Und so befasste sich der Ausschuss, obwohl ursprünglich gar nicht vorgesehen, mit dem Bauwerk. Karsten Korup machte keinen Hehl aus seiner Meinung: „Die Plattform ist ein Schandfleck.“ Um sie zu erhalten, müsste die Kommune sie erwerben, Geld für die Sanierung ausgeben und die Verkehrssicherungspflicht übernehmen.

Bauamtsleiter Martin Hahn bezifferte die Kosten allein für Planung und Instandsetzung auf rund 154 000 Euro. Eine riesige Summe angesichts des Haushaltsdefizits, mit dem die Stadt zu kämpfen hat. Und die Kommunalaufsicht des Landkreises erwartet weitere Einsparungen, um den Haushalt genehmigen zu können.

„Es wäre völlig unverantwortlich, wenn die Stadt die Plattform übernimmt“, so als sachkundiger Einwohner Torsten Diehn.

Von einem hässlichen Bauwerk, das auch noch fehl am Platz sei, sprach Ulrich Kirschnick (Linke).

„Wir können es uns als Stadt überhaupt nicht leisten, die Plattform zu übernehmen und herzurichten“, so die Position von Horst Jaruczewski (UBG).

Es gab aber auch andere Meinungen. Für Manfred Prietzel (FDP) ist ein Abriss eine Provokation für alle, die das Bauwerk als Erinnerung behalten wollen. „Ich halte eine Spendenaktion für möglich, um das notwendige Geld zusammen zu bekommen.“

Ein solche Spendenaktion regte Detlef Benecke (CDU) an. Sein Argument für die Plattform: „Wir hätten einen zusätzlichen Verweilpunkt an der Elbe.“ Er persönlich würde auch spenden.

Benecke konnte sich dann aber mit der Idee von Klaus Jacobeit (Seniorenbeirat) und Torsten Diehn anfreunden, die Plattform abreißen zu lassen. Da der Deich an jener Stelle sowieso ergänzt werden muss, sollte die Stadt darauf hinwirken, dass die Krone etwas verbreitert wird, so dass ein Aussichtspunkt anstelle der Plattform entsteht.

Dem Bauamtsleiter gibt der Bauausschuss Rückendeckung, wegen der Kosten mit dem Landesumweltamt zu verhandeln.

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erstellt am 10.Apr.2014 | 08:00 Uhr

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