Kiosk Wittenberge : WC und Kiosk am Stern sind dicht

Pächter zieht sich aus Vertrag mit dem Betriebshof zurück / Damit ist die öffentliche Toilette dort nicht mehr zugänglich

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08. Juni 2015, 22:00 Uhr

Die Rollladen am Kiosk beim Busbahnhof am Stern werden nicht mehr hochgezogen. Die Zeiten von Bockwurst, Cola und Co. sind (wieder einmal) vorbei. Schwerer wiegt aber noch, dass mit der Kioskschließung auch eine der drei öffentlichen Toiletten in der Innenstadt nicht mehr benutzt werden kann. „Ohne Kiosk ist auch das WC nicht zu betreiben“, erklärt der stellvertretende Leiter des Stadtbetriebshofs, Rainer Wöhlert. Denn mit der Pacht des Kiosk übernimmt der Betreiber die Verpflichtung, über das stille Örtchen zu wachen. Er garantiert die Öffnungszeit während des Kioskbetriebs und reinigt die Anlage.

Dieses Modell scheint am Busbahnhof aber einfach nicht reibungslos zu funktionieren. Lange hatte der Stadtbetriebshof nach einem Pächter gesucht und ihn im November mit einem Perleberger Gewerbetreibenden gefunden. Dieser hatte sich im Gespräch mit dem „Prignitzer“ optimistisch geäußert, bot mit der Wiedereröffnung Ende November das klassische Sortiment eines solchen Shops an. Alkoholische Getränke waren allerdings im Pachtvertrag mit dem Stadtbetriebshof ausgeschlossen. Das hatte seinen guten Grund: Der Stern bzw. Busbahnhof gilt als schwieriger Standort. Immer wieder hatten Unbekannte in den Kiosk eingebrochen und an der WC-Anlage randaliert. Andererseits ist gerade dort ein stilles Örtchen für jedermann wichtig, denn hier finden sich durch den Busverkehr nach außerhalb viele Leute ein.

Der „Prignitzer“ fragte den Pächter, weshalb er seinen Vertrag nach nur wenigen Monaten bereits wieder kündigte. „Für eine dauerhafte Lösung haben wir keine Chance gesehen, den Kiosk auch wirtschaftlich zu betreiben“, sagt dieser. „Wir waren gern bereit, den Versuch zu machen. Aber es funktioniert nicht.“

Die Pächter von Kiosk und WC wechselten in den letzten Jahren häufig. Sucht der Stadtbetriebshof nun erneut nach einem Betreiber?

„Nicht zwingend“, sagt Wöhlert. Fakt sei, das öffentliche WC an dieser Stelle solle erhalten bleiben. Denkbar wäre ein Umbau der Toilette, damit diese unabhängig von einem Betreiber funktioniert.

Das allerdings kostet, wie die Umrüstung der Toilettenanlage auf dem Marktplatz gezeigt hat, richtig viel Geld. Die Investition dort hat sich aber gelohnt. Es gibt dort so gut wie keine Probleme mehr. Wöhlert sagt: „Wir suchen mit der Stadt nach einer Lösung, die auch unabhängig vom Kiosk funktioniert.

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