Starke Truppe : Wasserwacht mit Familienbande

Manuela Rozycki (r.) leitet die Wasserwacht Karstädt. Die Schwimmkurse sind Teamarbeit, unter anderem hilft ihre Tochter Sabrina (hinten) mit.
Manuela Rozycki (r.) leitet die Wasserwacht Karstädt. Die Schwimmkurse sind Teamarbeit, unter anderem hilft ihre Tochter Sabrina (hinten) mit.

Manuela Rozycki führt in Karstädt eine starke Truppe

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18. August 2015, 21:45 Uhr

Ab ins Wasser! Brav klettern die Knirpse mit Gurt und Schwimmbrett die Leiter hinunter. Noch müssen sie üben, aber am Ende der Woche winkt ihnen das Seepferdchen. Manuela Rozycki weiß, wann sie einen Scherz mit ihnen machen kann, wann ein ernstes Wort angebracht ist.

Hunderte Kinder haben bei der Schwimmmeisterin schon ihre Prüfungen absolviert. Seit 22 Jahren ist sie für das Freibad Karstädt zuständig, seit 2003 gibt es die Wasserwacht, deren Vorsitzende sie ist.

Wenn das Bad ihr Wohnzimmer sei, dann ist die Wasserwacht ihre Familie. Es fällt Manuela Rozycki schwer, von sich allein zu sprechen. Fast jede ihre Antworten beginnt mit wir: „Wir haben 64 Mitglieder.“ „Wir sind wie eine Familie, jeder ist für jeden da.“ „Wir treffen uns auch im Winter, zum Training, zum Feiern oder um bei einem Umzug zu helfen.“

Wer als Fünfjähriger seinen ersten Kurs besucht, wird fast automatisch zum Mitglied. „Ja, wir sprechen die Eltern an“, räumt Manuela Rozycki ein. So verwundert es nicht, dass die Altersspanne in der Wasserwacht bei fünf Jahren beginnt und derzeit bei Ingried Höppner mit 67 Jahren endet: „Sie ist unser ältestes Mitglied und versorgt uns immer mit Essen“, sagt Manuela Rozycki.

Für sie geht es nicht um nackte Mitgliederzahlen. Selbst die Jüngsten werden gefördert und ausgebildet. Tochter Sabrina übt mit den Kindern das Schwimmen. Nach dem 8. Lebensjahr nimmt ihr Freund Thomas sie unter seine Fittiche. „Viele haben mit sechs Jahren das Bronzeabzeichen, mit zehn oder elf Gold“, sagt Manuela Rozycki. Doch der Schwimmunterricht ist nur ein Teil der Ausbildung. Von Beginn an werden die Kinder ebenfalls in Erste Hilfe unterrichtet, das beginnt schon bei einer Wiederbelebung. Zuständig dafür ist der Wittenberger Ernst-Günther Böhmfeld. Bei der Herz-Druck-Massage setzen die Kleinen schon mal ihren ganzen Körper ein, um der Übungspuppe wieder Leben einzuhauchen.

Jugendliche üben und trainieren für die Rettungsschwimmerausbildung. Ab zwölf Jahren dürfen sie Bronze machen, ab 14 Silber und ab 16 Gold. „Zwar sind sie nur gemeinsam mit uns im Einsatz, aber sie sammeln Erfahrungen“, benennt Manuela Rozycki die Vorteile dieser frühen Schulung.

Mit 18 Jahren dürfen sie dann auch alleine am Beckenrand stehen. „Viele von ihnen sind dann bereits auch ausgebildete Ersthelfer bzw. Sanitäter.“ Aktuell verfügt die Wasserwacht über 16 aktive Rettungsschwimmer. Davon profitieren längst nicht nur Gäste des Freibades.

„Wir leihen sie an andere Bäder aus, begleiten Schulklassen, sichern Großveranstaltungen wie den Elbebadetag oder das Reit- und Fahrturnier in Klein Warnow mit ab.“ Daneben muss das Gelände des Bades gepflegt werden, gilt es mehr als zehn Veranstaltungen der Gemeinde abzusichern, die ohne Wasserwacht gar nicht durchführbar wären, dankt Beatrice von Lentzke, Hauptamtsleiterin.

Dabei vergehe die Saison meist schneller, als man es vermuten würde. Schon in der kommenden Woche startet der letzte Schwimmkurs für Anfänger. Vier Plätze sind noch frei. Danach neigt sich die Saison dann schon tatsächlich dem Ende entgegen. „Gut möglich, dass wir eines Tages hier sogar noch unseren Weihnachtsbaum aufstellen werden“, scherzt Manuela Rozycki. Ginge es nach ihr, müsste es keine Winterpause geben. Zumindest Langeweile drohe aber nicht. „Wir treffen uns zum Sport, machen mal einen Ausflug und dann ist ja regelmäßig jeden zweiten Sonntag Training in der Badewelt Wittenberge.“ 

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