zur Navigation springen
Der Prignitzer

19. Oktober 2017 | 23:52 Uhr

Projekt : Wasserverband als Naturschützer

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Länderübergreifendes Projekt im Elbumfeld wertet auch Gewässer und Landschaften in der Prignitz auf

svz.de von
erstellt am 31.Okt.2015 | 16:00 Uhr

Rund 30 Kleinstaue hat der Wasser- und Bodenverband Prignitz in den vergangenen zwei Jahren neu in das Gewässersystem der Region integriert. Die meisten Vorhaben wurden über Fördergelder aus Potsdam und das länderübergreifende Projekt Mittlere Elbe der Karl Kaus Stiftung mit Unterstützung der Allianz-Stiftung finanziert. Durch die Bündelung der Gelder konnte eine Umsetzung der Projekte ohne Belastung des Verbandes erreicht werden.

„Wir erarbeiten eigene Konzepte, wo Veränderungen an Gewässern aus ökologischer Sicht und für die Anlieger erforderlich sind. Dabei behalten wir die Interessen der Landwirte im Auge, mit denen uns eine langjährige Partnerschaft verbindet“, erläutert der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Prignitz, Frank Schröder. „Auf dieser Grundlage setzen wir uns mit Naturschützern und Landschaftsökologen an einen Tisch, wenn diese mit Projektideen in die Prignitz kommen. Wir loten zunächst die Schnittmenge der jeweiligen spezifischen Interessen aus und haben uns bisher fast immer zu gemeinsamen Vorhaben verständigt“, erklärt der Geschäftsführer.

Der Verband hält während der Planung und Umsetzung die Verbindung zu den Landwirten mit angrenzenden Flächen. „Diese Vorgehensweise wird auch von den Naturschützern geschätzt und macht uns zu einem gefragten Partner“, so Schröder.

Als erstes Projekt wurden Veränderungen an der Karthane vorgenommen, um das Wasser länger zu halten und neue Lebensräume an den Ufern zu erschließen. Zunächst wurden die Flussränder einfach ausgeweitet, danach wurden auch Grabentaschen und andere wasserbauliche Elemente angelegt.

Inzwischen ist ein Großteil der Arbeiten erledigt, viele Staue sind mit Fischtreppen versehen. Auch mit kleinen Flachgewässern, den Feldsollen wurde die Landschaft bereichert und neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen.

Obwohl das Gesamtprojekt, auf elbnahen Flächen mehr Wasser in der Landschaft zu halten, zum Jahresende ausläuft, hofft Schröder auf weitere Projekte. Dazu zählt der Hauptstau Hermannshof bei Wittenberge, wo bereits ein Nebenstau gebaut wurde. Am Forsthaus Karthan ist geplant, einen alten Stau durch eine Solgleite zu ersetzen, um die ökologische Durchgängigkeit des Flusses zu verbessern. Auch im Bereich der Fischteiche Plattenburg soll die Durchgängigkeit des Flusses wiederhergestellt werden.

Mittelfristig steht die Stepenitz im Blickpunkt. Die Hainholzbereiche in Putlitz und Pritzwalk weisen eine hervorragende Wasserqualität auf, sind aber wegen einiger Staue nicht durchgängig.

Neben diesen Vorhaben im Bereich Naturschutz und Landschaftsökologie widmet sich der Verband ohne Abstriche den Aufgaben bei der Gewässerunterhaltung und den vom Land zugewiesenen Arbeiten. Zudem wurden in den vergangenen 15 Jahren 120 der 650 Stauanlagen in der Prignitz saniert. „Damit haben wir inzwischen einen guten Stand erreicht“, konstatiert Schröder.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen