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Nach Brand bei Austrotherm : Wassergräben verunreinigt, Produktion wieder angelaufen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Feuerwehr zieht Bilanz zum größten Einsatz der vergangenen Jahrzehnte in Wittenberge. Austrotherm hat wieder mit der Produktion begonnen

von
erstellt am 28.Jul.2016 | 21:00 Uhr

Der Schreck dürfte Mitarbeitern der Austrotherm GmbH noch in den Knochen stecken. Nur knapp verschonte der Großbrand am Mittwoch die Produktionshalle (wir berichteten). Nicht retten konnten die Feuerwehren Dämmstoffplatten auf der Lagerfläche. Ein Großteil des Lagerbestandes, nach eigenen Angaben des Unternehmens etwa 15 000 Quadratmeter, wurde vernichtet. Ein Blitzschlag hatte bei einem schweren Gewitter den Brand ausgelöst.

Durch die Löscharbeiten wurden angrenzende Wassergräben verunreinigt. Das hatte bereits am Mittwoch die untere Naturschutzbehörde bestätigt. Im Verlauf des Nachmittags begann die Beseitigung der Schäden, informierte Bernd Lindow, Leiter der unteren Naturschutzbehörde. Für die Beseitigung von Verunreinigungen auf dem Betriebsgelände sei das Unternehmen zuständig. Zu Luftverschmutzungen hingegen kam es nicht, das hatten Messungen des Landesumweltamtes und der Feuerwehr ergeben.

Wittenberges Wehrführer und Einsatzleiter Lars Wirwich musste den bisher größten Brandbekämpfungseinsatz der vergangenen Jahrzehnte koordinieren. Insgesamt waren 40 Einsatzfahrzeuge vor Ort.

Damit befanden sich nahezu alle größeren Wehren des Landkreises in Wittenberge. Verstärkt wurden sie durch drei Wehren aus Sachsen-Anhalt: Osterburg kam mit einem ABC-Wagen, Seehausen mit 17 Kameraden und selbst Tangermünde rückte noch mit einem Sonderlöschfahrzeug und drei Kameraden an, informierte Norman Rauth, Pressesprecher der Wittenberger Wehr.

Produktion läuft wieder

Wittenberge war mit 36 Kameraden im Einsatz. Weisen und Breese kamen mit je 15, Perleberg mit 16 Kameraden. Der Teleskopmast und das Tanklöschfahrzeug aus Pritzwalk waren mit sechs Kräften besetzt. Weitere Tanklöschfahrzeuge kamen aus Putlitz, Bad Wilsnack, Lenzen, Lanz. Auch Cumlosen und Wentdorf unterstützten die Löscharbeiten, so Norman Rauth. Insgesamt waren über 150 Kameraden im Einsatz.

Zwei Rettungswagen standen für Verletzte bereit. Von den Mitarbeitern des Werks wurde niemand verletzt. Während des Einsatzes knickte ein Kamerad um, einer quetschte sich eine Hand. Der Löscheinsatz dauerte drei Stunden, bis 18 Uhr blieb ein Wittenberger Fahrzeug als Brandwache vor Ort.

Unterdessen lief am Donnerstag die Produktion wieder an. „Wir konnten die Maschinen und Anlagen starten“, sagte Geschäftsführer Gerald Prinzhorn auf Anfrage. „Es ist unfassbar, welches Glück wir hatten“ und weiter sagte er: „Die Belieferung unserer Kunden wird, so gut als möglich, vom Standort Wittenberge und den Austromtherm-Schwesterwerken übernommen“, teilte er am Abend mit. Die genaue Schadenshöhe sei noch unbekannt. Er rechnet mit etwa zwei Millionen Euro.

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