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Der Prignitzer

17. Oktober 2017 | 19:13 Uhr

Was Sie garantiert noch nicht wussten

vom

svz.de von
erstellt am 30.Dez.2012 | 04:53 Uhr

Prignitz | Was wird 2013 für den Kreis bringen? Wie in jedem Jahr hat die "Prignitzer"-Redaktion auch dieses Mal keine Mühen gescheut: Für Sie, liebe Leserinnen und Leser, haben wir Informationen zu jenen Vorhaben recherchiert, die eigentlich noch niemand wissen darf, so geheim sind sie.

Wittenberger Politiker absolvieren Denkmalkurs

Der Wittenberger Bürgermeister und der Chef der Volkshochschule haben unter dem Siegel strengster Verschwiegenheit eine Vereinbarung getroffen. Im Januar beginnt ein nur für Mitarbeiter der Stadtverwaltung organisierter Kurs. In einfachen und verständlichen Lektionen werden Kollegen lernen, welche Kunstwerke sich in der Stadt befinden und wie man mit ihnen umgeht. Hintergrund ist der Abriss der Stelen vor der Allende-Grundschule. Das Kunstwerk mit dem Halbrelief von Georgi Dimitroff - geschaffen vom Bildhauer Guntram Kretschmar - wurde sinnlos zerschlagen.

Fakultativ soll auch Pädagogen und Eltern von der Allende-Schule ermöglicht werden, kostenlos an dem Kurs teilzunehmen. In einer Zusatzlektion erfahren die Lehrkräfte etwas über die Historie ihres Schulhauses, einschließlich des Engagements vormaliger Schülergenerationen, die das vernichtete Kunstwerk selbst finanzierten.

Ideenwettbewerb für Fördermittelstreubüchse

Erfolgreich haben die Wittenberger Stadtverordneten im zu Ende gehenden Jahr bewiesen, dass sie Fördergeld ausgeben können, koste es, was es wolle. Das Ergebnis ist die Röhlstraße. Die Nebenstraße wurde trotz der nur einige Meter dazu parallel verlaufenden gut ausgebauten Karl-Marx-Straße großzügigen instandgesetzt, um anschließend auf 30 km/h begrenzt zu werden.

Da noch immer nicht alles Geld ausgegeben war, wurde noch ein Stück des Gehwegs abgerissen und an anderer Stelle neu gebaut. Und noch immer war Geld übrig. Also ließen die Abgeordneten kurz vor dem Ampelüberweg eine Verkehrsinsel bauen.

Jetzt überlegen sie im Zuge der Haushaltsdiskussion 2013, die offiziell unter dem Vorzeichen strengster Sparsamkeit steht, wofür sie wieder Fördergeld und damit auch eigenes Steuergeld in großen Mengen ausgeben können. Bürger können sich mit Vorschlägen in den Ideenwettbewerb einbringen - einzige Voraussetzung: Das Geld darf nicht für so nahe liegende Dinge wie beispielsweise die längst überfällige Befestigung von Straßen und Wegen in der Stadt oder den Erhalt des stadtbildprägenden Hauses in der Bürgerstraße 58 eingesetzt werden.

Apropos Sparen. Den großen Wurf plant die Stadtverwaltung für 2014/2015. Das geht aus einem dem "Prignitzer" vorliegenden Papier hervor. Mit dem Ablauf der Fördermittelbindung für das vor Jahren modernisierte Kulturhaus soll die Einrichtung einschließlich der Touristinformation mit Quartiervermittlung, Stadtführungen und anderen Angeboten privatisiert werden getreu dem Motto: Aller Tourismus gehört in Wittenberge in eine (Privat)-Hand.

Keine Ortsumgehung: Kuhbier wird verlegt

Zwar ist der Funktionsbauvertrag unterschrieben, soll es nun endlich losgehen mit dem Bau der Ortsumgehung, doch nun wollen die Kuhbierer sie nicht mehr. Darauf haben sich die Einwohner des an der B 189 liegenden Dorfes geeinigt. Vielmehr beantragen sie jetzt die Verlegung ihres Dorfes. Der Grund: In den 20 Jahren, die sie nun dem zunehmenden vor allem Schwerlastverkehr ausgesetzt sind, haben die Häuser derart Schaden genommen, dass es besser ist, an etwas abseitiger Stelle neu zu bauen. Die Kosten dafür sollen der Bund und die Landesregierung übernehmen.

Drei Bedingungen haben die Kuhbierer aber: 1. dürfen Verlegung und Neubau der Häuser nicht mittels eines Funktionsbauvertrages erfolgen. Zu groß ist die Sorge, dass dessen Prüfung wieder unendlich viel Zeit in Anspruch nimmt.

2. dürfen nicht die Planer zum Zuge kommen, die für den Großflughafen Berlin-Schönefeld verantwortlich zeichnen;

3. sind die Kuhbierer nicht bereit, auch nur eine Puseratze Eigenanteil dazu zu geben. Schließlich sparen Bund und Land damit ja den teuren Bau der Ortsumgehung.

Wie so ein Dorfumzug reibungslos über die Bühne gebracht werden kann, können sich die verantwortlichen Bundes- und Landespolitiker in der Lausitz anschauen, heißt es in dem dem "Prignitzer" vorliegenden Antrag des Kuhbierer Ortsvorstandes.

Winterdienst-Nörglern drohen Sanktionen

Alle Jahre wieder die gleiche Leier: Die Leute beschweren sich über den unzureichenden Winterdienst, jammern über ungeräumte Straßen und Gehwege. Den Stadtbetriebshöfen in Perleberg und Wittenberge geht das Geheule gehörig gegen den Strich. Schließlich können sie ja auch nichts dafür, dass es im Winter immer so viel schneit.

Deswegen sollen die unzufriedenen Meckerer, denen man einfach nichts recht machen kann, jetzt zu spüren bekommen, wie schwer es die Mitarbeiter der Betriebshöfe haben: In geheimer Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßenwesen und der Kreis straßenmeisterei wurde eine Vereinbarung getroffen, nach der die notorischen Nörgler ab sofort selber ran müssen.

Jeder, der mit negativen Bemerkungen zum Winterdienst auffällt, sei es durch lautes Fluchen auf der Straße oder Schimpftiraden auf der Facebook-Seite des "Prignitzers", wird geahndet. Ein vom Landesbetrieb bereitgestelltes Schiebeschild wird vor seinem Privatfahrzeug angebracht, womit er noch am selbigen oder am nächsten Tag fünf Stunden die Straßen seiner Stadt von Schnee und Eis zu befreien hat. Wer kein Fahrzeug besitzt, bekommt alternativ eine Schneeschaufel zugewiesen.

Musikalische Liaison rettet drei Häuser

Jetzt ist es raus - die Lotte Lehmann Akademie und die Musikakademie Rheinsberg gehen eine Liaison ein. Das verheißt den ersehnten Ganzjahresbetrieb für die Perleberger Akademie. Sie werde sich vor allem der Förderung von professionellen jungen Gesangstalenten im Opernfach widmen, hat der "Prignitzer" erfahren. Allerdings werde dafür das komplette Haus am Großen Markt benötigt. Da man aber auch die Stadt-Information möglichst an diesem zentralen Standort etablieren möchte, ziehe die Verwaltung in Betracht, mit dem Eigentümer des Axthelm-Hauses ins Geschäft zu kommen. CJD und auch die Kulturverwaltung könnten sich hier dann ebenso einmieten.

Und ein weiteres denkmalgeschütztes Haus der Stadt bekäme endlich eine Zukunft - Hoffmanns Hotel. Denn für den Aus- und Fortbildungsbetrieb an der Akademie werden Unterkünfte benötigt. So soll Hoffmanns Hotel wieder ein solches werden. Damit wären in Perleberg mit einem Schlag drei Häuserprobleme gelöst.

Glühwein fortan aus dem Perleberg-Bembel

Zweifelsohne, der diesjährige Perleberger Weihnachtsmarkt sorgte schon für ein neues Flair, aber eben auch für alte Diskussionen. Stichwort Glühwein aus Tassen. Es gab ihn, doch die Stände, die ihn anboten, waren rar und im Gedränge des Wochenendes gar nicht so leicht auszumachen geschweige denn zu erreichen.

Der ewigen Diskussion sei man nun in der Stadt überdrüssig - fortan wird der Glühweinbembel ein neues Markenzeichen des Weihnachtsmarktes der Rolandstadt sein. Ab August werden die eigens von der Stadt in Auftrag gegebenen und mit Perleberger Motiven verzierten Henkelkrüge in klein, mittel und groß in der Stadt-Info und in der Pförtnerloge im Rathaus zum Sommerpreis angeboten.

Zum Weihnachtsmarktbesuch sollte man sie dann mitführen, denn Gühweinausschank erfolgt nur noch in selbige. Besucher und Gäste der Stadt können ihren Bembel direkt auf dem Weihnachtsmarkt am Stand des Betriebshofes erwerben. Damit dürfte die leidige Glühweintassendiskussion ein Ende haben, Perleberg um ein Mitbringsel reicher und für den Marktbetreiber wie auch die Händler das Problem der Müllentsorgung um etliches kleiner, das des Abwaschwassers ganz gelöst sein.

Ministerin wechselt ins Klassenzimmer

Mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres wird das Problem des Lehrermangels an der Grundschule Groß Warnow behoben sein. Die Noch-Bildungsministerin Martina Münch (SPD) gibt ihr Amt auf, um künftig als Lehrerin in der Prignitz zu arbeiten. "Da ich selbst nicht ausgebildete Fachkräfte für diesen Beruf geeignet halte, möchte ich persönlich ein Zeichen setzen und zeigen, dass man auch ohne Lehramtsstudium einen wertvollen Beitrag in der Bildungsarbeit leisten kann", heißt es in der von ihr vorbereiteten Presseerklärung.

Auch Schulamtsleiter Karl-Heinz Kowalzik verlässt die Behörde. Persönlich wolle er als Springer arbeiten und an verschiedenen Schulen Vertretungsstunden übernehmen - in maximaler Wochenstundenzahl und möglichst nur in Klassen mit 30 Schülern. Kowalzik wolle damit beweisen, dass das Gejammere der Lehrer über zu viele Stunden und zu große Klassen leeres Gerede ist, heißt es aus seinem Umfeld. Er selbst freue sich auf einen lebhaften, beschwingten Unterricht und auf die wissbegierigen Schüler.

Spezialeinheit "Papierjäger"

Gnadenlos wird der Kreis ab Januar Papierdiebe jagen. Eigens dafür hat er die vergangenen Wochen genutzt und eine Spezialeinheit "Papierjäger" unter dem Kommando von Geschäftsbereichsleiterin Edelgard Schimko ausgebildet. Mit Unterstützung des Papierentsorgers Becker Umweltdienste ist es gelungen, einen Papier-Satelliten ins All zu schießen. Die ESA-Rechnung haben Kreis und Becker aus den Altpapiereinnahmen locker finanzieren können.

Der Satellit liefert hochauflösende Bilder von Prignitzer Schulhöfen. Sobald verdächtige Autos vorfahren, Container aufgestellt werden oder Eltern ungewöhnlich schwer aussehende Sporttaschen ihrer Kinder tragen, wird die Spezialeinheit aktiviert. Ihre Aufgabe ist es, mögliche illegale Papiervorräte zu sichern und in kreisliche Abfallbehälter zu füllen - sofern diese nicht bereits überfüllt sind. Die Kosten für die Einheit werden über die Müllgebühr solidarisch von allen Einwohnern des Kreises getragen. Eine Erhöhung der Gebühr um etwa 13 Prozent soll die Spezialeinheit finanzieren.

Neue Polizeireform 2013 setzt auf Bürgerwehren

Wie wir aus noch ganz geheimen Quellen des Innenministeriums erfahren haben, plant man in Potsdam schon die nächste Polizeireform. Neben den Polizeidirektionen soll eine weitere Leitungsebene geschaffen werden mit entsprechenden Diensten. Dafür müssen die Inspektionen, also die Polizeibehörden vor Ort, weitere Kollegen abstellen, damit leitungsmäßig alles rund um die Uhr läuft. Die Bevölkerung müsse sich aber keine Sorgen machen, weil dann gar keine Polizisten mehr vor Ort seien und die Streifenwagen nicht mehr besetzt werden können. Dafür würden flächendeckend Überwachungskameras eingesetzt, und die Dienst habenden Disponenten würden an Bildschirmen alles überwachen. Vor Ort käme dann zwar keine Polizei mehr, dafür sollen Bürgerwehren organisiert werden, ähnlich der seit Jahren schon gut funktionierenden Sicherheitspartnerschaften. Die könnten sich dann an Ort und Stelle mit Langfingern, Randalierern und anderen üblen Zeitgenossen auseinander setzen. Selbstverständlich alles ehrenamtlich und natürlich ohne Bewaffnung. Für besonderes Engagement gebe es dann jährlich Ehrungsveran staltungen mit Kaffee und Kuchen und lobenden Worten.

Diese neue Sicherheitsvariante habe zudem den Vorteil, dass beispielsweise Tankstellenpächter oder Besitzer von anderen Einrichtungen mit Alarmanlagen nicht mehr an die Polizei zahlen müssten, wenn einmal Fehlalarm ausgelöst wird, denn es käme ja ohnehin kein Streifenwagen mehr vorbei.

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