Grippewelle in Leitstelle : Wartezeiten bei Notruf 112

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Fast die Hälfte der Mitarbeiter in Frankfurter Leitstelle krank. Das führt zu enormen strukturellen Problemen

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15. März 2016, 05:00 Uhr

Der Feuerwehrnotruf in Ostbrandenburg funktioniert derzeit nur eingeschränkt. Der Grund dafür sind ungewöhnlich viele Krankheitsfälle. Kritiker verweisen auf strukturelle Probleme in der Regionalleitstelle in Frankfurt (Oder).

Der Chef der Leitstelle informiert per Brief über die Engpässe. Bis zum kommenden Sonntag sei es „nicht möglich, die Arbeitsplätze vollständig und vorgabegerecht zu besetzen“, heißt es in dem offiziellen Schreiben an nachgeordnete Stellen in Frankfurt sowie in den Kreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland, die zum Einzugsbereich der Leitstelle gehören. Es seien „Auswirkungen auf den Dienstbetrieb zu erwarten“, teilt der Leiter mit. Und weiter: „Im Bereich der Notrufannahme kann es zur Verlängerung der Anrufannahmezeiten kommen.“ Im Klartext: Wer 112 anruft, muss damit rechnen, nicht durchzukommen.

In den Augen der Gewerkschaft ver.di ein unhaltbarer Zustand. „Die Leitstelle muss 24 Stunden am Tag erreichbar sein“, betont Goran Ihrig von der ver.di-Fachgruppe Feuerwehr. „In Frankfurt kann offenbar bei Ausfällen nicht ausreichend auf Reserven zurückgegriffen werden.“ Jenes Gutachten, welches den Personalbedarf für die Leitstelle festlege, weise zudem Mängel auf. „Wir haben bereits auf diese Fehler aufmerksam gemacht, aber es ist nichts passiert“, sagt Ihrig. Leidtragende seien auch die Beschäftigten, die einen hervorragenden Job machen, so der Gewerkschafter.

Tatsächlich seien derzeit zwölf von 28 Disponenten krank geschrieben, räumt Helmut Otto ein, Leiter des Amts für Brandschutz und Rettungswesen in Frankfurt. Eine „Ausnahmesituation“ sei das, so viele Ausfälle könne man nicht mit Personal aus der Reserve abdecken. Otto widerspricht den Aussagen des Leitstellen-Chefs, wonach Engpässe beim Notruf zu erwarten seien. Dies sei „eine unglückliche Formulierung“ gewesen. „Die Notrufannahme leidet nicht. Derzeit werden die Mitarbeiter von nachrangigen Routine-Aufgaben entlastet“, so Otto. Dass es in der Leitstelle strukturelle Probleme gebe, bestreitet er. „Die Personalausstattung entspricht den gesetzlichen Mindestanforderungen.“ Mehr Leute seien mit Blick auf die Haushaltslage nicht möglich.

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