Bauvorhaben Vogelsiedlung : Warten auf die Planänderung

amselweg

Familie Friede aus der Vogelsiedlung kämpft weiter für ihren zweistöckigen Anbau / Abgeordnete sind zwiegespalten

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06. Februar 2018, 12:00 Uhr

Familie Friede will in der Vogelsiedlung an ihr kleines Siedlungshaus nach hinten ’raus zweigeschossig anbauen, damit die Kinder mehr Platz haben. Nach Baurecht sind derzeit in dieser Siedlung aber nur eingeschossige Anbauten genehmigungsfähig. Die kreisliche Bauaufsicht versagte deshalb die Baugenehmigung. Friedes geben ihr Vorhaben nicht auf, kämpfen weiter.

Nach einer Anwohnerversammlung im Dezember (der „Prignitzer“ berichtete) lotete Familienvater Friede jetzt im Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung die Chancen für sein Projekt aus. Denn auf der von Friede und unterstützt von der Stadt organisierten Einwohnerversammlung hatte sich gezeigt, eine Reihe von Siedlungsbewohnern hätte nichts dageben, wenn in ihrem Gebiet künftig zweigeschossige Anbauten genehmigt würden. Auf dieser Grundlage könnten Stadtverordnete und Verwaltung eine B-Planänderung für die Vogelsiedlung anschieben.

Wollen sie es aber auch?

Bauamtsleiter Martin Hahn und der Vorsitzende des Bauausschusses Marcel Elverich (SPD) wollen keinen Schnellschuss. „Bevor wir weitere Änderungen und Bebauungspläne Wohnen auf den Weg bringen, sollten wir ein Wohnraumkonzept für die Stadt entwickeln und so lange einen B-Plan für die Vogelsiedlung zurückstellen“, so Hahn. Ein solches Konzept, das auf dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) basiert, ist auch aus Sicht von Marcel Elverich dringend geboten. Das machte er bereits deutlich, als die Abgeordneten vor etlichen Wochen vor der Entscheidung standen, ob sie grundsätzlich den Ausbau von barrierefreien Wohnungen in der ehemaligen Handweberei Lenzener Straße befürworten. Für Familie Friede ist das erst einmal keine so gute Kunde, wenn auch Elverich verdeutlichte, „dass wir nicht von mehreren Jahren, sondern vom nächsten Haushaltsjahr sprechen“. Hahn machte außerdem noch auf die finanzielle Größenordnung für eine B-Planänderung aufmerksam, bezifferte diese mit rund 20 000 Euro.

Die Stadt muss die Kosten einer solchen B-Planänderung nicht zwingend tragen. Das zeigen Beispiele aus der Stadt. Der Investor, der an der Elbpromenade zwei Häuser mit Eigentumswohnungen errichten will, übernimmt für sein Projekt die Kosten, die Investoren in der Lenzener Straße ebenfalls.

Zurück in die Vogelsiedlung. „Wenn dort der Bedarf besteht, die Bauvorschriften zu ändern, sollten wir das in Angriff nehmen und das Geld in den Haushalt einstellen“, positionieren sich die Stadtverordneten Hans-Joachim Lüttschwager (CDU) und Thomas Gregor (SPD). Das Thema ist noch nicht ausdiskutiert. Der Ausschuss will sich wieder damit befassen.

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