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Der Prignitzer

23. August 2017 | 21:44 Uhr

Wandel durch die Historie der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Perleberg, wie es in den Jahrhunderten leibt und lebt: vom Mittelaltermarkt im Hagen bis zur Garnisonsstadt / Besucher sind begeistert

Gardemaß 1,88 Meter, doch der längste der Langen Kerls der Potsdamer Riesengarde bringt es auf stattliche 2,10 Meter. Christopher Meisgeier fühlt sich da mit seinen 2,05 Meter eher schon klein, obwohl er all die Zuschauer „haushoch“ überragt. „Sie sind nicht nur zu hören, wenn sie ihre Gewehre abfeuern, sondern auch zu sehen“, bringt es Dieter Herzog, der ganz in Familie von einem Erlebnispunkt zum nächsten sich treiben lässt, auf einen kurzen Nenner.

Derweil schreitet Freiherr von Rathmannsdorf vom Brandenburgischen Ulanen Regiment 11, das von 1860 bis ’90 in Perleberg stationiert war, die Straßen ab. „Es ist wunderbar hier. Ich bin überrascht, was die Stadt so alles auf die Beine gestellt hat“, so der kostümierte Freiherr aus Neustadt/Dosse.

„Eine Superidee mit den Erlebnispunkten“, finden auch Susanne und Ralf Matys aus Perleberg. „Es gibt wirklich für jeden was, und man hat eben auch viel mehr zum Gucken als bei einem Festumzug.“

1300 Akteure an den 46 Erlebnispunkten, Ordner, Betreuer auf und hinter den Bühnen lassen die Menschen ihren eigenen Festumzug gestalten. „Die Altstadt lebt, man wird mitgerissen von den Darbietungen und von den Massen“, gesteht Otmar Richter. Walter und Jutta Sondermeier pflichten dem bei. „Die 700-Jahrfeier habe ich noch mit Hakenkreuzen erlebt. Die 1964 mit Hammer und Sichel. Bei der 750-Jahrfeier 1989 spürte man schon den Aufbruch und diese heute ist einfach nur schön“, erzählt Walter Sondermeier. Heute lebt er mit seiner Frau in Berlin. Für das Stadtjubiläum wurden eigens einige Urlaubstage hierher verlegt.

In den Straßen und auf den Plätzen wird getanzt, gehandelt, wird das Leben im mittelalterlichen Perleberg für Stunden wieder lebendig. Und auch die Geschäftsleute der Innenstadt haben mit Liebe und Ideen in ihren Schaufensterauslagen die Stadt optisch ins anno dazumal versetzt.

Großes Kompliment, das SPD-Landtagsabgeordneter Holger Rupprecht, von der großen Bühne aus den Händlern und Gewerbetreibenden machte. Gleichso Torsten Uhe, der frischgewählte Landrat. Trotz des mittelalterlichen Charmes des Festes zeige Perleberg, dass es eine moderne Stadt ist, wo das Leben pulsiert.

Bürgermeister Fred Fischer verkündet, dass man sich mit dem Gedanken trage, 777 Jahre Perleberg zu feiern. Und damit traf er auf ofene Ohren. „Wir würden sicher wieder mitmachen“, gesteht Renate Koepp. Sie ist eine der fünf Hobby-Malerinnen, die das ehemalige Kaufhaus Timm mit ihren Arbeiten in eine zauberhafte Galerie verwandelte. „So schön war das Kaufhaus noch nie“, sagt eine Betrachterin.

Das kann man von der ganzen Stadt sagen, denn fast jeder hat sich in das Fest miteingebracht, hat die Fassade saniert oder auch nur Fenster geputzt und geschmückt. Dafür gebührt allen ein Dankeschön. Ein besonderes dem Vorbereitungsteam, so der Bürgermeister.


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erstellt am 29.Jun.2014 | 12:42 Uhr

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