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Der Prignitzer

14. Dezember 2017 | 02:00 Uhr

Wir in Lanz : Walthers erobern die Kontinente

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Tischlerpaar aus Lanz baut Spinnräder und Kardiermaschinen nebst Zubehör

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Tradition wird in Lanz groß geschrieben. Im Geburtsort von Friedrich Ludwig Jahn wird nicht nur dem deutschen Turnvater in einem eigenen Museum gehuldigt, sondern hat auch traditionelles Handwerk ein Zuhause gefunden. Denn bei Familie Walther dreht sich alles um die Wolle, und das in Form von Spinnrädern und Kardiermaschinen.

Rund 60 Exemplare dieser „Wollverarbeitungsmaschinen“ produzieren Thomas (46 Jahre) und Manuela (45) Walther pro Jahr in ihrer kleinen, 1996 übernommenen Werkstatt. „Wir machen alles selbst, vom Schriftverkehr, über die Produktion bis hin zum Versand”, erzählt Manuela Walter. Bestellungen für die handgefertigten Modelle und Zubehörteile kommen nicht nur aus Deutschland, sondern aus ganz Europa und Übersee. Sogar Kunden aus Australien, Neuseeland oder Nepal orderten bereits Spinnräder oder Kardiermaschinen. Und die Bestellbücher sind voll. „Wir sind auf drei Jahre im Voraus ausgebucht“, erzählt die aufgeschlossene Geschäftsfrau. Qualitätsware braucht nun mal ihre Zeit.

Dabei entdeckten Thomas und Manuela Walther, beide gelernte Tischler, das Geschäftsmodell eher durch Zufall. „Die verrückte Idee kam von mir. Auf einem der Filzfeste in Lenzen war ein Drechsler-Ehepaar aus der Uckermark mit einem Spinnrad vor Ort. Der Stand war aber so umlagert, dass ich nicht zum Ausprobieren kam“, erinnert sich Manuela Walther, die schon in ihrer Schulzeit den Umgang mit dem Spinnrad erlernt hatte. Doch die Lust an der alten Handwerkskunst war nun neu entflammt. Da sie jedoch kein eigenes Spinnrad besaß, baute ihr Ehemann kurzerhand eins für sie. Die erste Konstruktion des Tischlermeisters war ein Nachbau eines im Internet ersteigerten Modells, „damit Thomas mal sieht, wie die Technik so funktioniert”, erzählt Manuela Walther von den Anfängen.

Mit ihren ersten Spinnrädern beeindruckte das Lanzer Tischlerehepaar auf verschiedenen Kunsthandwerkermärkten in der Region. Nach und nach entwickelten die Walthers weitere, in verschiedenen Holzarten erhältliche, Modelle für immer höhere Ansprüche. „Unsere Spinnräder sind sehr leichtgängig und sehr leise. Darauf haben wir von Anfang an Wert gelegt. Damit Frau auch beim Fernsehgucken den Mann nicht stört.“ Jüngstes und auch kleinstes Modell ist das zusammenklappbare Reisespinnrad, benannt nach Tochter Anna. „Alle gefertigten Modelle tragen unsere Namen“, verrät Manuela Walther, die den Geschäftserfolg auch mit ihrer vor einiger Zeit ins Internet gestellten Homepage (www.walther-spinnrad.de) verbindet.

Dass Manuela Walther selbst hervorragend mit Spinnrad und Wolle umgehen kann, bewies sie in der Vergangenheit bei zahlreichen Spinnmeisterschaften, auf denen sie erste Plätze belegte. „Ich gebe auch Spinnkurse. Bei Interesse einfach melden“, sagt die 45-Jährige, die mit ihrem Mann in Kürze ein weiteres Projekt angehen wird: „Im Frühjahr wollen wir die Werkstatt ausbauen.“  

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