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Wald-Brandschutz geregelt - Feuerwehr weiß von nichts

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erstellt am 28.Feb.2012 | 10:13 Uhr

Potsdam | Das Land Brandenburg will den Schutz vor Waldbränden besser koordinieren. Ein neuer Runderlass des Innenministeriums und des Ministeriums für Landwirtschaft soll rechtzeitig vor Beginn der Waldbrandsaison im Sommer klare Verhältnisse schaffen. "Es geht um das Miteinander und die Zuständigkeiten", sagt Raimund Engel, der Waldbrandschutzbeauftragte des Landesbetriebs Forst in Potsdam.

Der neue Erlass sei entstanden, weil die bisherigen Regelungen aus dem Jahr 2007 ausliefen - "das hatte den Vorteil, dass die Neuregelung der aktuellen Situation angepasst werden konnte."

Denn guter Waldbrandschutz tut not: Brandenburg ist nach Angaben der Landesregierung die Region Europas, in der die größte Waldbrandgefahr herrscht. Schuld daran sind die oft besungenen "dunklen Kiefernwälder".

Die EU-Kommission führt Brandenburg deswegen in der gleichen Gefährdungsstufe wie Griechenland, Portugal oder Spanien. Weswegen der neue Erlass nach Angaben von Engel regelmäßige Übungen zum Brandschutz vorschreibe. "Das können Stabsübungen, Fahrübungen und auch große Brandschutz übungen sein", sagt der Waldbrandschutzbeauftragte. Die Einrichtung von Löschwasserentnahme stellen, die Besetzung der Waldbrandzentralen sowie die Alarmierung im Brandfall werden durch den neuen Erlass geregelt. Die Landkreise und kreisfreien Städte werden verpflichtet, Arbeitsgruppen zum "Schutz der Wälder" mit Vertretern von Forstbehörden, Feuerwehr, Polizei und anderen zuständigen Behörden einzurichten.

"In Brandenburg schützen uns insgesamt 108 optische Sensoren, die auf Rauch reagieren und bei Verdacht auf einen Waldbrand Alarm schlagen", sagt Engel. Doch das allein recht nicht: Neue Landkarten für die Feuerwehrleitstellen sollen dafür sorgen, dass die Helfer den Brandherd im Zweifelsfall schnell finden. Die Landkreise und kreisfreien Städte werden verpflichtet, Arbeitsgruppen zum "Schutz der Wälder" mit Vertretern von Forstbehörden, Feuerwehr, Polizei und anderen zuständigen Behörden einzurichten. Denn im Fall des Falles kommt es Engel zufolge vor allem auf gute Absprachen und Koordination an. Pikant: Der Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes, Jan-Hendrik Kuinke, hat auf Nachfrage dieser Zeitung vom neuen Erlass der Ministerien noch nie etwas gehört hat.

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