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Der Prignitzer

24. November 2017 | 23:30 Uhr

Wahres und Wunderbares aus Wilsnack

vom

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2012 | 06:03 Uhr

Bad Wilsnack | Voll gepackt mit Geschichte, Musik sowie Angeboten für Gaumen und Augen war das traditionelle Pilgerfest am Sonnabend in Bad Wilsnack. Die hochsommerliche Wärme konnte dem bunten Treiben dabei nur wenig anhaben, denn das Fest fand im Schatten der großen Bäume im idyllischen Goethepark statt. Und, wie immer, verströmte die Veranstaltung ihr ganz eigenes Flair.

"Das ist ganz nach unserem Geschmack", sagt Ingrid Jabke aus Schönberg in der Altmark. Gemeinsam mit Doris Milkert betreibt sie die "Wollzauberei". Die Frauen hatten traumhafte Kleidungsstücke, Accessoires und Dekorationen aus Filz und Seide mitgebracht. Reines Hobby, wie Ingrid Jabke klarstellt. "Aber, wir haben hohe Ansprüche an uns selbst, stellen sehr feine Sache her." Diesen Anspruch übertragen sie auch auf das Umfeld, in dem sie sich präsentieren, fahren nur zu ausgewählten Veranstaltungen. Eine davon ist das Pilgerfest. "Hier fühlen wir uns wohl, und wir sind auch schon ganz gespannt auf das Theaterstück nachher", sagt Ingrid Jabke.

Ihr Stand befand sich direkt neben der Bühne. Dort wurde das Stück "Wahres und Wunderbares aus Wilsnacks Vergangenheit" von Bärbel Mann gezeigt. Im Vergleich zu den früheren Ellefeld-Festspielen bzw.- Aufführungen könnte man die Entwicklung fast als Quantensprung bezeichnen. Kurzweilig, witzig und mit lehrreichem Inhalt reihten sich Szenen aus der spätmittelalterlichen Wallfahrtszeit aneinander, wurden Geschichten erzählt, die sich so oder ähnlich zugetragen haben könnten, die auch den einen oder anderen Seitenhieb nicht ausließen.

Vielen merkte man den Spaß an ihrer Rolle hautnah an: Simone Struck als Wirtin, Dieter Spielmann als armer Pilger und als König Wenzel IV., Mirko Weinrich aus Berlin als Christian I., Lutz Bieck als Kurfürst von Brandenburg, Pfarrer Daniel Feldmann und Kirchenmusiker Christian Reishaus u. a. als Pilger, Marieluise Schmitt als Margarethe von Sprengenberg, die nach einer Wallfahrt eine Wunderheilung erlebte … Man könnte die Liste noch lange fortsetzen.

Auch Bärbel Mann lobt die Spielfreude der Darsteller und hob in diesem Zusammenhang noch hervor, dass Alfred Meuser aus Bad Wilsnack ganz kurzfristig für die Rolle des Magdeburger Bischofs einsprang, seine Sache super machte. Instrumental und gesanglich führte Lexa A. Thomas durch das Stück.

Morgens, noch vor Beginn des eigentlichen Festes, wurde von der Plattenburg nach Wilsnack gepilgert. Ursula Rochusch, Pfarrerin im Ruhestand, führte die Gruppe. Bei der Andacht in der Kirche legte man Wert auf die Ökumene: Daniel Feldmann aus Bad Wilsnack wurde unterstützt von Josef Scholz, er war als katholischer Pfarrer in Wittstock/Dosse tätig.

Echte Pilger gab es beim Fest natürlich auch, darunter eine Gruppe von 35 Jugendlichen aus Berlin, die den Termin ihrer Ankunft in Wilsnack so legten, dass sie am Fest teilnehmen konnten. Exklusiv durch die Wunderblutkirche geführt wurden sie von Friedrich Christoph von Saldern.

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