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Schulverband Lenzen : Wahlkrimi im Schulverband

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Harald Pohle gewinnt per Losentscheid gegen Irene Telschow und übernimmt Vorsitz. Gemeinden müssen mehr zahlen

svz.de von
erstellt am 27.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Dass Demokratie ein zähes Recht ist, hätten auf der Sitzung des Schulverbandes Lenzen am Donnerstagabend so manche Mitglieder denken können. Zumindest ließen rollende Augen und dezent genervtes Seufzen darauf schließen.

Denn die zehn Verbandsmitglieder aus den Gemeinden Lenzen, Lanz, Cumlosen und Lenzerwische kamen auf der ersten Sitzung nach den Kommunalwahlen zu einem wahren Wahlmarathon zusammen. Auf der Tagesordnung: Die Wahl eines Vorsitzenden der Versammlung sowie eines neuen Verbandsvorstandes und dessen Vorsteher – allesamt inklusive Stellvertreter versteht sich.

Während im Sitzungskeller des Lenzener Rathauses die Versammlungsvorsteherin Sabine Döpel und ihre Stellvertreterin Nadine Mewes fix wiedergewählt wurden, gestaltete sich alles Weitere als bürokratisches Prozedere: Harald Pohle, amtierender Vorsitzender des Schulverbandes, kandidierte zur Wiederwahl. Als Gegenkandidatin trat Irene Telschow aus Lenzen an.

Da einige Mitglieder den Antrag stellten, geheim zu wählen, wurde ein Pappkarton zur Wahlurne umfunktioniert. Ergebnis Runde 1: Beide Kandidaten erhielten jeweils fünf Stimmen. Stichwahl.

Um eventuelle Wahlhemmungen zu lösen, entschied sich der Schulverband, die geheime Wahl noch geheimer zu gestalten. Die Stimmabgabe erfolgte anschließend direkt an der Wahlurne und nicht wie zuvor am Tisch. Ergebnis Runde 2: Wieder Gleichstand. „Wir wählen solange, bis hier weißer Rauch empor steigt“, scherzten die ersten Mitglieder. Aber auch der dritte Wahlgang brachte nur ein Remis.

Damit keiner der beiden Kandidaten sein demokratische Recht auf den Verbandsvorsitz aufgeben musste, entschied letztlich das Los und Glücksfee Sabine Döpel. Harald Pohle darf damit auch die nächsten fünf Jahre der neuen Legislaturperiode den Vorstand des Schulverbandes führen.

Der Gewinner des Wahlkrimis zeigte sich verliererfreundlich und nominierte kurzerhand seine Konkurrentin Telschow zu seiner Stellvertretung. Die lehnte erst dankend ab: „Du brauchst jetzt gar nicht so tun, als täte dir das leid“, entschied sich dann aber doch für die Kandidatur, die der Verband bestätigte.

Die Ernennung fünf weiterer Mitglieder zum Vorstand und die Wahl ihrer Stellvertreter erschien anschließend im Vergleich dazu wie ein Klacks.

Nun konnte man sich also den wichtigen Themen wie der Haushaltsplanung und den mittelfristigen Investitionen bis 2017 widmen. Doch die Rechnung wurde ohne den neuen Vorstandsvorsitzenden gemacht: Pohle beantragte nämlich eine Vertagung der Beschlussfassung.

Grund: Trotz steigender Verbandsumlage von 128,77 Euro je Schüler auf 156,03 Euro, an anderer Stelle waren sogar 173,76 Euro zu hören, fehlten konkrete Vorschläge, was mit dem Geld anzufangen sei. Dies solle in einer gesonderten Sitzung innerhalb der nächsten Wochen besprochen werden.

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