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Der Prignitzer

18. Oktober 2017 | 11:37 Uhr

VVN-Denkmal bekommt Stele

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Mehrheitlicher Beschluss der Stadtverordneten zu Inhalt und Standort, SPD-Fraktion enthielt sich geschlossen

von
erstellt am 26.Okt.2015 | 09:35 Uhr

Mehrheitlich fiel die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung für die Stele am VVN-Denkmal auf dem Marienplatz aus, über deren Standort und auch über den Text, den sie tragen wird. Geschlossen enthielt sich allerdings die SPD-Fraktion der Abstimmung. Fraktionsvorsitzender Hartmut Schneider begründete das damit, dass ein Mahnmal, welches einer Erläuterung bedarf, deutlich mache, „damit stimmt was nicht“. „VVN Den Kämpfern für Frieden und Fortschritt“ – lautet die Inschrift am Denkmal auf dem Marienplatz. „Den Opfern des Nationalsozialismus – das wäre eindeutig, hätte keiner Erläuterung bedurft“, so Schneider. Die untere Denkmalbehörde ließ diese Änderung im Zuge der Sanierung nicht zu. Jeglicher Eingriff würde den Zeit- und Aussagewert schmälern. Die Veränderung würde eine Umwidmung oder Widmungserweiterung bedeuten, argumentierte sie. Statt dessen empfahl die Behörde eine erklärende Objektbeschreibung für eine bessere historische Einordnung und Bewertung des Denkmals durch eine beschriftete Stele oder Informationstafel im näheren Umfeld. „Und wir schlucken das“, betonte Hartmut Schneider mit dem Verweis darauf, dass man als Fraktion diesen Kompromiss nicht trage.

Hans-Peter Freimark, der ebenfalls für die SPD im Stadtparlament sitzt, formulierte seine Ablehnung unter anderem in der Frage: „Wann bekommt Perleberg eine Denkstätte für alle Opfer des Nationalsozialismus, wann für die Opfer des Sozialismus?“ Die Antwort von Bürgermeisterin Annett Jura: Die Fraktion könne einen Antrag einbringen und dann haben die Stadtverordneten darüber zu entscheiden.

Rainer Pickert, Fraktionsvorsitzender der CDU, verwies noch einmal darauf, dass das Thema Inschrift des VVN-Denkmals in drei Workshops und darüber hinaus heißt diskutiert wurde, es schließlich einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung gab – wenn auch nicht explizit zur Stele (Anmerkung der Redaktion). Dennoch hätte man hartnäckiger gegenüber dem Denkmalschutz auftreten müssen, räumte auch er ein. Andernorts waren Veränderungen an Denkmälern auch möglich. Nichtsdestotrotz nahm die Fraktion an der Abstimmung teil. Mit zehn Ja-Stimmen, vier Enthaltungen und einer Gegenstimme wurde der Beschluss angenommen.

Die Stele wird in einer schlichten und zurückhaltenden Bauweise aus gebürstetem Edelstahl ausgeführt. Der Text, der die Entstehungsgeschichte des Denkmals samt Inschrift im historischen Kontext der damaligen Zeit erläutert, wird ausgelasert. Für zusätzliche Informationen wird ein QR-Code angebracht. Schräg zum Denkmal wird die Stele ihren Standort erhalten.  

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