Kreisreform : Votum gegen das Havelland

Geschlossenheit demonstrieren diesekommunalen Vertreter und in diesem Fall heißt das: Fusion zwischen den Kreisen prignitz und Ostprignitz-Ruppin.
Geschlossenheit demonstrieren diesekommunalen Vertreter und in diesem Fall heißt das: Fusion zwischen den Kreisen prignitz und Ostprignitz-Ruppin.

Mehrere Kommunen fordern eine Fusion von Prignitz und Ostprignitz

von
27. August 2015, 07:30 Uhr

Die Landesregierung kann sich bei einer Kreisreform ein Bündnis aus Prignitz und dem Havelland vorstellen. Auch Vertreter der Prignitzer Wirtschaft und Kommunalpolitiker haben in den vergangenen Wochen diesem Gedanken Charme abgewonnen. Doch nun gibt es ein klares Votum aus dem Osten des Landkreises. Der will vom Havelland nichts wissen. Landrat Torsten Uhe (parteilos) sieht derzeit ebenfalls kaum Möglichkeiten einer Fusion von Prignitz und dem Havelland.

Es sollte Anfang der Woche in Bantikow eine Runde in entspannter Atmosphäre werden. Mehrere Kommunen wollten ihre Positionen auszuloten. Das Ergebnis hat die Initiatoren dann selbst überrascht: Übereinstimmend haben sich alle Anwesenden für einen gemeinsamen Landkreis aus Prignitz und Ostprignitz Ruppin ausgesprochen. Eine Einbeziehung des Havellandes lehnen sie ab.

Am Tisch saßen die Städte Pritzwalk, Kyritz, Meyenburg, Neustadt/Dosse, Wusterhausen, Wittstock/Dosse sowie die Gemeinden Heiligengrabe und Gumtow. Sie stellten fest, dass es bereits heute erfolgreiche Kooperationen über die Grenzen der Landkreise hinaus gebe. Vor dem Hintergrund, dass Innenminister Schröter in der kommenden Woche sein Leitbild für die Kreisgebietsreform in Neuruppin vorstellen will, haben sie sich positioniert: PR und OPR würden Prignitz-Ruppin ergeben, in dem für das Havelland, so wie sich die Landesregierung dies offensichtlich vorstellt, kein Platz wäre.

Zunächst müssten gemeinsam Ideen entwickelt werden, wie man so einen neuen Kreis gemeinsam entwickeln möchte, sagte der stellvertretende Pritzwalker Bürgermeister Dr. Ronald Thiel. Detailfragen wie Kreissitz, Kreisumlage oder kommunale Eigenbetriebe seien später zu klären.

In einer Erklärung fordern die kommunalen Vertreter ihre jeweiligen Kreistage auf, sich mit dem Zusammenschluss beider Landkreise schnellstmöglich zu befassen und klare Positionen zu beziehen.

Im Landkreis OPR hätten sich alle Kommunen dazu bekannt, den Landkreis nicht zu verlassen und die Kooperation mit dem Landkreis Prignitz zu suchen. „Die Strukturen der Zusammenarbeit zwischen unseren Kreisen sind gewachsen und haben sich gut entwickelt“, sagte Thiel. Vergleichbare Verbindungen zum Havelland gibt es nicht. „Deshalb sollten wir alles daran setzen, diese Strukturen zu erhalten zum Wohle der Einwohner“, appelliert der Pritzwalker.

Landrat Torsten Uhe hat dieses Votum zur Kenntnis genommen. Auf der nächsten Sitzung des Kreistages sollen sich die Abgeordneten aber zuerst zu dem Leitbild der Landesregierung positionieren. Darin geht es auch um Einwohnerzahlen und Flächengröße.

In Vorbereitung dieser Entscheidung gab es mehrere Gespräche: mit Fraktionsvorsitzenden der Kreistage Prignitz und Ostprignitz, den Landtagsabgeordneten, der Kreisarbeitsgemeinschaft. Landrat Uhe traf seine Kollegen aus Neuruppin und Rathenow. Heute tagt der Ältestenrat des Kreistages und am 31. August gibt es ein Unternehmermeeting in Neuruppin.

Grundsätzlich sieht Uhe nach wie vor keine Notwendigkeit einer Fusion. Auch die bisher vom Land angedachte neue Verteilung der Aufgaben ändere an dieser Meinung nichts. Darin seien sich alle Kreise im Land einig.

„Für eine Fusion mit dem Havelland gibt es derzeit keine Grundlage, wir haben nicht einmal eine gemeinsame Grenze“, sagt Torsten Uhe.  
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen