Präventionsarbeit in der Prignitz : Vorsicht! Wildwechsel

Während der Blattzeit verändert sich das Verhalten des Wilds. Es ist aktiver. Darauf sollten sich die Kraftfahrer einstellen.
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Während der Blattzeit verändert sich das Verhalten des Wilds. Es ist aktiver. Darauf sollten sich die Kraftfahrer einstellen.

Jagdverband Perleberg und Polizei warnten Kraftfahrer vor Rehwild, das derzeit verstärkt unterwegs ist

Jetzt verfärben sich nicht etwa die Blätter, sondern die Rehe, sie feiern Hochzeit, vom Fachmann als Blattzeit bezeichnet. Der überwiegende Teil der Ricken und Schmalrehe ist dann beschlagen.

„Während der Paarungszeit bis Ende August verändert sich das Verhalten des Wilds, es ist deutlich aktiver und verstärkt unterwegs“, macht Udo Becker, stellvertretender Vorsitzender des Jagdverbandes Perleberg e. V. aufmerksam. Darauf sollten sich insbesondere die Kraftfahrer mit einer an die Gegebenheiten angepassten Fahrweise einstellen.

Brandenburg liegt bundesweit an der Spitze bei Wildunfällen und der Landkreis Prignitz trägt zu dieser Negativbilanz nicht unerheblich bei. Allein bis Mai wurden in diesem Jahr in der Prignitz 418 Verkehrsunfälle mit Wildbeteiligung registriert. Die meisten dieser Unfälle passierten außerorts, nämlich fast 80 Prozent. Hochgerechnet sind das fast drei Wildunfälle täglich, überschlägt Gerald Symossek, Koordinator Prävention in der Polizeiinspektion. „Kraftfahrer sollten daran denken, dass besonders jetzt mit unverhofft über die Straße wechselndem Wild zu rechnen ist. Das gilt sowohl im Bereich von Waldgebieten als auch von landwirtschaftlichen Flächen“, ergänzt Udo Becker. Am vergangenen Dienstag widmeten sich Polizei, unterstützt von den Jagdverbänden Perleberg und Pritzwalk, der unteren Jagdbehörde und von Versicherungen, speziell dieser Thematik. Im Rahmen einer allgemeinen Verkehrskontrolle zwischen Perleberg und Groß Buchholz wurden Kraftfahrer auch hinsichtlich der Gefahrensituationen mit Wild gezielt angesprochen, so Gerald Symossek. Denn gerade dieser Bereich gelte als ausgesprochen wildreich. Da gab es schon den einen oder anderen Aha-Effekt am Reaktionstestgerät. Eine Vielzahl von Informationen erhielten die Kraftfahrer an Ort und Stelle im Gespräch, unter anderem auch zu versicherungstechnischen Fragen, wenn es dann doch zu einem Crash mit Wild kommen sollte.

Insbesondere heute und morgen noch setzte man weiterhin verstärkt auf Prävention und werde das persönliche Gespräch mit Kraftfahrern suchen, um auf die Gefahren bei Wildwechsel und auf ein angemessenes Fahrverhalten hinzuweisen. Udo Becker: „Eine angepasste Fahrweise bietet erfahrungsgemäß die beste Voraussetzung, Wildunfälle zu vermeiden oder zumindest den Schadensumfang zu begrenzen.“  

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