Vorsicht - Hundehaufen!

<strong>Stinkendes Ärgernis,</strong> vor dem eine Leserin mit Eisbecherdeko warnt.
Stinkendes Ärgernis, vor dem eine Leserin mit Eisbecherdeko warnt.

svz.de von
06. März 2013, 10:13 Uhr

Hundehaufen im Hagen, der Altstadt und im Neubaugebiet. Jeden ärgert es, aber was wird dagegen unternommen? Mandy Phalzgraf (32) geht mit ihren Hund im Hagen Gassi. "Klar, dass er auch irgendwo sein Geschäft erledigen muss. Wo Leute spazieren gehen, Kinder spielen und wo gemäht wird, da mache ich die Haufen weg. Man will ja selbst auch nicht in einen solchen treten." Für sie trage die Stadt Schuld daran, dass so viele Hinterlassenschaften der Vierbeiner auf Wegen und in Parks zu finden sind. "Keiner interessiert sich dafür." Auch Jacqueline Timm (40) findet den Zustand "furchtbar. Es gehört sich nicht. Jeder muss die Hundehaufen seines Tieres wegmachen. Überall in der Stadt haben wir dieses Problem." Sie schlägt vor, die Stadt sollte Hundetütenspender aufstellen.

Sarah Krause (19) hat seit kurzem einen Vierbeiner und findet: "Hundebesitzer sollten die Haufen aufsammeln. Es ist eklig und sie selbst mögen es bestimmt auch nicht, wenn überall Kot rum liegt." Familie Wieck prangert die Situation insbesondere vor öffentlichen Gebäuden an, zum Beispiel am Kino. Keiner mache die Hundehaufen weg. Das Ordnungsamt solle da mehr durchgreifen. "Es laufen doch auch so viele Politessen hier entlang, die darauf achten, dass man nicht zu lange parkt. Da sollte es doch möglich sein, dass diese auch auf so etwas achten."

Martina Reauß (54) empfiehlt den Briefträgerblick. Mit einem Auge nach unten, um den Tretminen auszuweichen, mit dem anderen nach oben, um sich die schönen Gebäude der Innenstadt anzusehen. Für sie ist es keine Frage, sondern ganz klar: "Die Hundehalter haben die Hinterlassenschaft wegzumachen."

Die Inhaber der Läden in der Bäckerstraße oder in der Wittenberger Straße können ein Lied davon singen. Wenn sie nicht wollen, dass der Hundekot in den Laden getragen wird, müssen sie ihn wegmachen. Alles andere als appetitlich.

Rechtsanwalt Michael Mayer ist es langsam leid. "In letzter Zeit ist es extrem geworden. Gerade hat man die stinkende Hinterlassenschaft weggeräumt, da liegt schon die nächste da." Wenn er morgens durch die Wittenberger Straße zur Arbeit gehe, müsse er regelrecht Slalom laufen. Müsse man jetzt schon eine Webcam an dem Büro anbauen, um dem Ganzen ein Ende zu bereiten, fragt er. Aber das sei ja verboten, weil es öffentlicher Raum ist.

Fred Poleska vom Tierschutzverein Prignitz bestätigt, dass er öfters auf das Problem angesprochen werde und das sei "nicht prickelnd". Er meint, die Stadt müsse unbedingt in Hundetoiletten und entsprechende Hinweisschilder investieren. Vor allem aber "die Hundebesitzer selber stehen in der Pflicht, die Haufen ihrer Vierbeiner zu beseitigen." Zumeist helfe es auch schon, wenn man jene darauf hin anspreche.

Für Thomas Kolbow, Sachgebietsleiter im Ordnungsamt, steht außer Frage: "Jeder Hundehalter hat sich selbst darum zu kümmern, die Hinterlassenschaft seines Hundes aufzusammeln. Dass es doch einige gibt, die es nicht machen, ist bedauerlich". Das ist eine Ordnungswidrigkeit, die finanziell geahndet werde könne. Doch wo kein Kläger, da kein Richter. "Auch wir stehen in der Beweispflicht." Spezielle Kontrollen gebe es nicht, aber die Mitarbeiter im Außendienst hätten die Anweisung, darauf zu achten. "Wir wollen entsprechend auch die Arbeitszeiten verlagern. Denn Gassi wird zumeist früh morgens und abends gegangen. Wir können unsere Augen aber nicht überall haben. Wenn jemandem etwas auffällt, soll er doch bitte eine Anzeige machen."

Thema Hundetoiletten - "warum soll der Steuerzahler zur Kasse gebeten werden, nur weil einige Hundebesitzer ihrer Verantwortung nicht nachkommen", so Kolbow.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen