Vorbildliche Angler im Landkreis

Ist der Hecht wirklich legal gefangen? Archiv
Ist der Hecht wirklich legal gefangen? Archiv

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05. November 2010, 06:25 Uhr

Prignitz | Alles ruhig an den Gewässern des Landkreises. Lediglich eine Anzeige wegen Fischwilderei brachten Fischereiaufseher und die Wasserschutzpolizei in diesem Jahr auf den Weg. "Die Tendenz ist rückläufig, früher gab es noch 100 Anzeigen pro Jahr", sagt Monika Wulff von der Unteren Jagd- und Fischereibehörde des Landkreises Prignitz. "Schwarzangeln ist auf den Seen und Flüssen in der Region kaum ein Problem, es wird auch viel von der Wasserschutzpolizei kontrolliert", sagt sie.

26 Fischereiaufseher im Landkreis sorgen dafür, dass an den Gewässern alles seinen rechten Gang geht. Sie kontrollieren auf eigene Kosten die Gewässer und nehmen Personalien auf. Im Ernstfall können sie Bußgelder verhängen.

Für Aufregung sorgte 2008 ein spektakulärer Fall im Kuckucksteich in Groß-Woltersdorf. Zur Erinnerung: Damals leerten Unbekannte den Teich, indem sie die Bohlen herauszogen, die den Teich angestaut hatten. Die Täter nahmen die gerade zuvor ausgesetzten Aale, Karpfen und Schleie mit, die sich im Schlamm tummelten. Der Landesanglerverband bezifferte den Schaden auf 5000 bis 10 000 Euro. Die Polizei tappte im Dunkeln, die Täter seien bis heute nicht gefasst, heißt es aus der Pressestelle der Polizei.Doch das sei ein einmaliger Vorgang gewesen, bestätigt Monika Wulff.

Seit vielen Jahren schon gehört Manfred Ihl zu den vom Landkreis berufenen Fischereiaufsehern. Mehrmals im Jahr "patrouilliert" er im Namen des Landkreises an den Seen und Flüssen in und um Wittenberge.

"Es kommt vor, dass mal jemand vergessen hat, seine Unterschrift unter den Angelschein zu setzen oder widerrechtlich Wege befahren hat", sagt Ihl, der gleichzeitig Vorsitzender des Kreisanglerverbandes Perleberg ist. Sein Kreisverband setzt zusätzlich etwa 20 Fischereikontrolleure ein. Ihl: "Sie kontrollieren die verbandseigenen Gewässer, können aber kein Bußgeld ausstellen, sondern nur die Personalien aufnehmen." Kurzum: Es spreche sich herum, und deshalb gebe es kaum noch vorsätzliche Schwarzangler.

In kleineren Flüssen Mecklenburg-Vorpommerns kam es immer wieder zu tierquälerischen Aktionen. Fischereiaufseher ertappten in der Vergangenheit Unbekannte, die Forellen in der Laichzeit auf brutale Art fingen. Das sei hierzulande bislang nicht der Fall, so Monika Wulff.

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