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Wittenberger Vermieter stelle Haus zur Verfügung : Vor dem Abriss kommt die Wehr

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Aus der Redaktion des Prignitzers

60 Kameraden nutzten am Samstag die Chance und übten in der Kyritzer Straße 7a bis 9b für den Ernstfall.

svz.de von
erstellt am 06.Okt.2014 | 08:00 Uhr

Die Wohnungsgenossenschaft „Elbstrom“ lässt ihr Haus Kyritzer Straße 7a bis 9b abreißen. Bevor die Wohnungen zertrümmert werden, gehörte das Haus am Samstagvormittag rund 60 Feuerwehrleuten aus Wittenberge, Hinzdorf, Elmshorn, Wahrenberg, Weisen, Breese, Cumlosen und Wentdorf sowie Perleberg.

„Wir üben an dem Haus das, was in bewohnten Gebäuden kaum oder gar nicht möglich ist“, sagen Sebastian (Karlchen) Rozansky und René Formella. Gemeinsam mit Marcus Giese haben die Kameraden die sechs Übungsstationen des Tages vorbereitet. Dazu gehören beispielsweise das gewaltsame Aufbrechen von Türen und Fenstern sowie die Suche von Vermissten in völlig verqualmten Räumen.

„Wir sind dankbar, dass uns die Wohnungsgenossenschaft die Gelegenheit zu dieser Einsatzübung gibt“, fügt Wittenberges Wehrchef Chris Brandt an. Der Dank gelte gleichermaßen auch der Wohnungsbaugesellschaft. „Beide Vermieter kommen auf uns zu, wenn etwas ist. Wir arbeiten sehr gut zusammen.“

René Seekel legt die Sicherheitsgurte an. Die Ausbilder prüfen Sitz und Verschluss. Und dann ist es auch schon so weit. Gemeinsam mit Michael Kanarski von der Elmshorner Feuerwehr üben der stellvertretende Wehrführer aus Wahrenberg Menschenrettung per Abseilgerät. „Der Einsatz dieses Flaschenzuges ist immer das letzte Mittel, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Zum Glück haben wir ihn im Ernstfall noch nicht einsetzen müssen. Trotzdem muss die Handhabe aus dem FF klappen“, sagt Wittenberges stellvertretender Wehrführer Uwe Kämmrich. Erst vor kurzem hat die Wittenberger Feuerwehr das neue Rettungsgerät gegen ihr altes tauschen können. Der Sonnabend bot sich an, es zum ersten Mal für die Ausbildung zu nutzen.

Wie wichtig den Wehren derartige Übungseinsätze sind, belegt die Teilnehmerzahl von 60. Auch vier Kameraden der Wittenberger Partnerwehr aus Elmshorn haben die lange Anfahrt nicht gescheut. Der Fünfte im Bunde ist der Elmshorner Christian Klimaschewski. Er hatte allerdings keine so lange Anfahrt. Klimaschewski gehörte zu jenen Blauröcken der Partnerwehr, die für ihren Hochwassereinsatz 2013 als Dankeschön einen Übernachtungsgutschein von Prignitzer Gastronomen erhielten. Mit Partnerin konnte er am Wochenende im Hotel „ambiente “ in Bad Wilsnack ausspannen.

Die Großeinsatz der Feuerwehren – auch wenn es nur zu Übungszwecken war – zog eine Reihe Leute an, die wie Ursula Schröder froh waren, „dass nichts Schlimmes passiert ist“. Und sie findet es gut, „dass die Feuerwehren hier üben können, wo das Haus doch sowieso abgerissen werden soll“.


 

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