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Goa-Festival lockt Tausende : VOOV bringt Putlitz zum Beben

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Für ein Wochenende verdoppelte Putlitz seine Einwohnerzahl – Musik, Lichteffekte und gut gelaunte Tänzer holen Indien in die Prignitz

svz.de von
erstellt am 24.Jul.2016 | 21:00 Uhr

Sie waren am Wochenende in Putlitz und Umgebung allgegenwärtig, die rund 4000 Besucher des VOOV-Experience. Sie verschafften dem Schwimmbad bei heißen Temperaturen einen Rekordbesuch, bevölkerten die Straßen der Stadt und sorgten für Umsatz in den Läden.

Vor allem aber waren sie in weitem Umkreis zu hören. „Alles im Rahmen der Auflagen“, wie Peter Jonel, Chef des Ordnungs- und Bauamtes der Amtsverwaltung, betont. „Wir messen das natürlich.“ Die Rückkehr der riesigen Goa-Party auf das Areal, auf dem das Festival vor 15 Jahren seine Premiere erlebte, war eng mit den Behörden abgestimmt.

So schön sich das Gelände mit Frei- und schattigen Waldflächen für die rund 4000 gut gelaunten Dauer-Tänzer auch präsentierte, bei Waldbrandwarnstufe vier war die Genehmigung nicht einfach. Veranstalter Yediyar Isilk hatte von Beginn der Vorbereitungen an auf enge Zusammenarbeit mit Amtsverwaltung und Polizei gesetzt. Das Ergebnis war ein weitgehend musterhaftes Festival, wie Jonel bestätigte.

Sichere Absperrung, regelmäßige Konsultationen mit den Behörden und die Feuerwehr mit Tanklöschfahrzeug vor Ort kamen hinzu. Sie schlug mit Wasser den Staub auf dem Hauptweg der kleinen Zeltstadt nieder, erfrischte zugleich den einen oder anderen Umstehenden mit kühlem Nass und trug so zu einem guten Klima bei. Einen Shuttleverkehr gab es nicht nur nach Hamburg sondern auch nach Putlitz mit dem Freibad als Hauptziel.

Drei Tage konnten sich die Festivalfans vor der Bühne mit Indien-Anmutung und unter der riesigen bunten Zeltkuppel den Klängen ihrer Lieblingsmusik hingeben. Mehr als 30 Musik-Acts und DJ´s sorgten dafür, dass die Goa-Fans vom Vormittag bis weit in die Nacht ständig tanzen konnten. Und diese nahmen das Angebot an. „Fast niemand ist nur einen Tag gekommen, beinahe alle waren die ganze Zeit da“, so Yediyar Isilk, der seit Jahren die von ihm geliebte Musik und die indische Kultur in die Prignitz bringt.

Doch da selbst die härtesten Goa-Jünger nicht tagelang barfuß, in Turnschuhen oder Flip-Flops durchtanzen können, waren Ruheplätze heiß begehrt. So hatten einige kleine Zelte am Rande der Überdachung des Tanzplatzes aufgeschlagen, andere hatten Luftmatratzen und Iso-Matten mitgebracht, um die sich alle anderen ohne Meckern herum bewegten.

Die Stimmung war entspannt und streitfrei, was neben der gelebten Goa-Kultur wohl auch am Fehlen der sonst beliebtesten Festivalzutat lag, der Bierzelte. Statt herumliegender Flaschen gab es entspanntes Miteinander, einzelne Zylinder, Hula-Hoop-Reifen, große Bären und Gaukler-Zubehör tauchten in der sich rhythmisch bewegenden Menge auf. Frozen Joghurt und Säfte ersetzten weitgehend den sonst bei solchen Gelegenheiten üblichen Alkohol, statt Bratwurst und Steaks gab es vegane Gerichte.

Riesige Elefantenskulpturen markierten den Eingang zum Festivalgelände und moderne Figuren prägten Wege, Freiflächen und Ruhezonen. Wer noch tiefer in die Goa-Kultur eintauchen wollte, konnte das Gespräch mit Gleichgesinnten suchen, entsprechende Kleidung und Accessoires erwerben. Schamanen eröffneten Wege in die Mystik der indischen Kultur und halfen, dass eigene Chakra zu reinigen. Im Bodypainting-Studio konnte der eigene Körperschmuck vervollständigt werden. Zumindest ein oder mehrere passende Tattoos hatten die meisten Besucher bereits.

„Ich komme schon seit einigen Jahren“, erzählt Henning aus Hamburg. „Hier kann ich ein Wochenende lang die Goa-Kultur leben“, so der Schiffbauer. „Der Wechsel zurück auf das alte Gelände hat dem Festival gut getan. Hier ist es schöner. Aber ich hatte mehr Besucher erwartet.“ Es gab jedoch einige Festivalgäste mehr als registriert. Vom Rande des angrenzenden Waldteiches aus beobachteten einige beim Zwischenstopp ihrer Radtour oder bei einem Spaziergang das bunte Treiben.

„Wenn alle Partner mitmachen, tanzen und feiern wir auch im nächsten Jahr an dieser Stelle“, versprach Yediyar Isilk.  

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