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Grüne Woche 2017 : Von Schatz zu Schatz radeln

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Vom Schlachtfeld über Königsgrab bis zum Fahrstuhl in die Slawenzeit – Der Tourismusverband entwickelt archäologische Orte weiter.

von
erstellt am 20.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Längst hat sich die Grüne Woche von einer reinen Ernährungs- zu einer Verbrauchermesse entwickelt. Fast jeder Aussteller preist neben seinen kulinarischen Köstlichkeiten parallel seine Region touristisch an. Der Tourismusverband Prignitz macht das in diesem Jahr mit einem Ring. Nicht mit einem beliebigen, sondern mit dem Dreikönigsring aus Meyenburg.

„Wir werben für unsere Prignitzer Zeitschätze, die wir touristisch weiter aufwerten wollen“, sagt Jeannette Küther vom Tourismusverband. Im Mittelpunkt stehen dabei die zentralen archäologischen Orte, die sich wie eine Perlenkette durch das Reisegebiet ziehen. Beginnend beim Schlachtfeld des Dreißigjährigen Krieges in Wittstock, über Schloss Meyenburg und die mittelalterliche Ausgrabung im Park Freyenstein. Das Königsgrab in Seddin, das Burgensemble in Lenzen und das imposante Hünengrab in Lenzen zählen dazu.

„Diese Zeitschätze sind alles andere als ein angestaubtes Thema“, ist Jeannette Küther überzeugt. Es müsse nur gelingen, sie attraktiver für Besucher zu machen. Der Dreikönigsring ist ein Anfang. Es handelt sich um ein Replik, welches der Landkreis anfertigen ließ. Das Original stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde bei Ausgrabungen im Schloss Meyenburg 2004 gefunden.
Der Ring hat eine Inschrift in gotischer Majuskel: „+Jaspar+Baltazar+Melchior“. Die Namen der Drei Heiligen Könige verleihen ihm einen besonderen Zauber, machen ihn fast einzigartig. Sie stehen für den Dreikönigskult im späten Mittelalter, und es gibt nur ganz wenige bekannte Exemplare mit so einer Inschrift.

Sein Träger muss Burgherr oder eine wohlhabende Persönlichkeit gewesen sein, zum Beispiel der Meyenburger Herrscher oder ein Gast auf der Durchreise. Die Heiligen Könige galten als oberste Reichsheilige, sollten Pilger und Reisende vor Unheil bewahren.

Gefertigt aus 333er Gold – 8 Karat ist der Ring ein teures Souvenir. Die Entscheidung dazu war richtig, denn seit der Herausgabe im November seien die ersten zwei Auflagen ausverkauft. „Der Ring ist kein Souvenir, das daheim achtlos in der Ecke liegt oder am Kühlschrank hängt“, so Jeannette Küther. Im Schloss Meyenburg, im Park Freyenstein und beim Landkreis kann er für 125 Euro erworben werden, weitere Museen haben Interesse bekundet.

Nun gilt es, die archäologischen Stätten Schritt für Schritt touristisch weiter zu vermarkten. Dazu werden vier thematische Radtouren entwickelt. Teils werden bestehende Routen miteinander verknüpft, teilweise entstehen sie neu, wie die Route „Die sanften Riesen“. Start/Ziel wird Lenzen sein. Auf 28 Kilometern können Radler bei dieser Rundtour Leuengarten, Boberow, Mellen und Nausdorf erkunden. Höhepunkte am Wegesrand werden die Zeitschätze Burg Lenzen und das Großsteingrab Mellen sein. „Die Tour steht unter zwei Gesichtspunkten: Natur erleben in Verbindung mit der Vergangenheit“, erklärt Jeannette Küther.

Künftig sollen die Zeitschätze weiter an Attraktivität gewinnen. Für Seddin gibt es den kühnen Plan, einen Grabhügel an einem Original-Standort nachzubauen. In Lenzen wird das Projekt „Fahrstuhl in die Slawenzeit“ voran getrieben. Schon vor Jahren im Zuge von Ausgrabungen auf dem Burghügel vorbereitet, soll es jetzt umgesetzt werden.

Und vielleicht schlummern in der Prignitzer Erde noch mehr Zeitschätze. Im August wird es eine Forschungsgrabung auf dem Galgenberg bei Perleberg geben, und auch das Steingrab bei Mellen sei längst noch nicht zu Ende erkundet. 

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