Eisenbahngeschichte : Von Kaiserweiche und Stellwerken

Paul Wohlgemuth, Mario Sembritzki, Wilfried Klinkradt, Jürgen Drzymalski, Elke Klinkradt und Wolfgang Bauch sichten Material.   Fotos: Barbara Haak
Paul Wohlgemuth, Mario Sembritzki, Wilfried Klinkradt, Jürgen Drzymalski, Elke Klinkradt und Wolfgang Bauch sichten Material. Fotos: Barbara Haak

Traditionsbewusste Eisenbahner bereiten mit dem Stadtmuseum eine Ausstellung zu 170 Jahren Bahnhof vor

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27. September 2015, 08:00 Uhr

Das wusste selbst Mario Sembritzki, der sich schon seit etlichen Jahren intensiv mit dem Bahnhof und anderen Bahndienststellen in Wittenberge befasst, auch noch nicht: Es gab hier eine sogenannte Kaiserweiche. Sie war extra eingebaut worden, damit der Zug nicht unnütz rangiert werden musste, wenn Ihre Majestät auf dem Weg von Berlin nach Lüneburg über Wittenberge fuhr. Ob die Weiche jemals für den Kaiser bedient wurde? Mario Sembritzki zuckt lächelnd die Schulter. Wer weiß....

Auf die Kaiserweiche haben ihn seine jüngsten Recherchen gebracht. Unzählige Geschichten verbinden sich mit der Historie des hiesigen Bahnhofs. Im nächsten Jahr wird dieser 170 Jahre alt. Das Jubiläum war für den geschichtsinteressierten Sembritzki quasi der letzte Anstoß, Gleichgesinnte zu finden, die die Bahnhofshistorie aufarbeiten, an Fakten, Informationen, Fotografien zusammentragen, was noch greifbar ist. „Die Erinnerungen lassen nach und eines Tages sind wir nicht mehr da. Wir wollen unser Wissen jetzt bewahren“, sagt Wolfgang Bauch. Elke und Wilfried Klinkradt sowie Jürgen Drzymalski – über viele Jahre Bahnhofsvorsteher – und Paul Wohlgemuth stimmen zu. Am Donnerstag saßen die ehemaligen Eisenbahner mit Sembritzki im Torwächterhäuschen zusammen. Hauptthema der nachmittäglichen Runde: Wie gehen wir in den nächsten Wochen und Monaten vor? Wer beschäftigt sich mit welchem Themenkomplex? Bahnhofsgebäude, die Berliner und die Magdeburger Seite, die Stellwerke – das alles soll bedacht werden.

„Wir planen als Traditionsgemeinschaft Deutsche Reichsbahn Wittenberge gemeinsam mit dem Museum eine Ausstellung zum Bahnhofsgeburtstag. Vorgesehen ist die Schau Ende des nächsten Jahres“, sagt Sembritzki. „Und bis dahin haben wir wirklich noch jede Menge zu tun, müssen Material zusammentragen, sichten und aufbereiten“, fügt Elke Klinkradt an. Die traditionsbewussten Reichsbahner hoffen, dass sich in so manchem Haushalt auch noch Material befinden, das die Besitzer zumindest leihweise zur Verfügung stellen. „Schließlich ist Wittenberge auch durch die Bahn groß geworden“, ist sich die Runde einig. Geplant ist auch eine Fahrt nach Schwerin ins Archiv, um dort Akten einzusehen.  

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