zur Navigation springen

Perleberg : Von Kaiserlichen Kasernen zu königlichem Wohnen?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Stadt auf Expo Real in München / Erste Tuchfühlung mit Projektentwicklern für mögliche Vermarktung

von
erstellt am 14.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Als vom 5. bis 10. Oktober die Messe Expo Real München einen Überblick über aktuelle Trends und Innovationen des Immobilienmarktes bot, war auch die Stadt Perleberg mit von der Partie. Am Gemeinschaftsstand Brandenburg präsentierte sich die Wirtschaftsförderung Prignitz auf der internationalen Fachmesse für Gewerbeimmobilien und Investitionen. „Wir wollten in erster Linie ausloten, wo macht die Messe für uns als Stadt Sinn, wie müssen wir uns 2016 darstellen“, bringt es Bürgermeisterin Annett Jura auf einen kurzen Nenner. Sie selbst war zwei Tage mit in München. Ihr Fazit: „Es ist eine gute Messe, um gezielt Immobilien zu markten.“

Und genau das ist auch der Ansatzpunkt. Mit den Kaiserlichen Kasernen und dem ehemaligen Kino am Großen Markt stellte die Stadt zwei ihrer Offerten vor. Und erntete schon mal Aufmerksamkeit, konkret die Kaiserlichen Kasernen. Jene sind Eigentum der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG), dem Immobilien-Dienstleister des Bundes. Hier holte die Stadt sich die Genehmigung sie auf der Messe mit anbieten zu können, wie das alte Finanzamt auf dem Areal. Dieses Gebäude gehört der Stadt. „Mit entsprechenden Materialien über die Immobilien einschließlich Fotos kommt man durchaus mit Projektentwicklern ins Gespräch“, betont die Bürgermeisterin und verweist auf einen, der in Berlin bereits einigen ehemaligen Gewerbeimmobilien ein neues, ein anderes Leben eingehaucht hat. Speziell sei es dabei um höherwertiges Wohnen und um Hotels gegangen, alles in energiesparender Bauweise.

In Kürze wollen Vertreter der Stadt nach Berlin fahren und sich die eine oder andere dieser Immobilien anschauen. „Wir wollen sehen, ob wir als Stadt solche haben, mit denen sich so ein Projekt verwirklichen lässt“, greift Annett Jura den Gedankengang auf. Denn gerade höherwertiges Wohnen sei in Perleberg begrenzt.

Die Kaiserlichen Kasernen seien schon eine spannende Immobilie. Derzeit gleichen sie aber eher einem Dornröschenschloss, dem der Leerstand alles andere als bekommt. Doch jegliche Versuche, einen Investor für diese Immobilien zu begeistern, scheiterten bislang. Übrigens, die Stadt war einst Bauherrin der 1904 begonnenen Artillerie-Kaserne und verpachtete die Anlage für 30 Jahre an die Heeresverwaltung, erfährt man im Stadt- und Regionalmuseum. Wie auch, dass mit den Kaiserlichen Kasernen faktisch die Moderne in Perleberg Einzug hielt, denn parallel zum Kasernenbau erhielt die Stadt moderne Trinkwasserversorgungs- und Kanalisationsanlagen. Gleichso wurde die fabrikmäßige Produktion der Perleberger Glanzwichse durch das Militär begünstigt. Auch das 1912 eröffnete Kino „Union-Lichtspieltheater“ profitierte von der Garnison, ebenso wie Hotels, Pensionen und Gaststätten.

Ob die Kaiserlichen Kasernen irgendwann vielleicht königliches Wohnen offerieren, dahinter steht noch ein großes Fragezeichen.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen