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Der Prignitzer

19. November 2017 | 22:53 Uhr

Von Honecker bis zur Raketenrampe

vom

svz.de von
erstellt am 26.Jul.2013 | 05:27 Uhr

Beuster | So ein mobiler Boden-Landescheinwerfer kann faszinierend sein. Aber vor allem ist er vielseitig. Ein Landeplatz kann ausgeleuchtet, eine Küste überwacht und feindliche Flugzeuge geblendet werden. Wer so ein Exemplar einmal aus der Nähe sehen will und sich auch sonst für historische Fahrzeuge interessiert, ist am Wochenende wohl nirgendwo besser aufgehoben, als auf der mittlerweile 12. Museumswoche des Blaulichtmuseums im Beuster. Schon seit Samstag können hier diverse Sonderausstellungen zu Themen wie Technik der Volkspolizei, Schutzausrüstung bewaffneter Organe oder Ausrüstungen der Jugendorganisationen betrachtet und so manches fahrende Relikt in Aktion erlebt werden.

"Das ist Technik, die man noch versteht"

"Wir haben in diesem Jahr zwar wenig Werbung gemacht und alles war sehr kurzfristig, da aufgrund des Hochwassers erst zehn Tage vor der Eröffnung entschieden wurde, dass die Woche stattfindet, aber die Resonanz war trotzdem groß", erzählt Museumsleiter Ralf von Hagen. Abgesehen von den Wochenenden sei es zwar recht ruhig gewesen, aber so konnte auf die Besucher und ihre Fragen nur noch mehr eingegangen werden. "Wir haben viele Leute, die uns da die Treue halten und jedes Jahr kommen", verdeutlicht von Hagen, der die Museumswoche ursprünglich ins Leben rief, um die zahlreichen im Fundus stehenden Fahrzeuge auch einmal der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das ist auch der Grund dafür, dass immer zwei Wochenenden in der Ferienzeit den Rahmen für die Veranstaltung bilden. Denn nur so rechtfertigt sich der Aufwand und der Transport. Zwar ist der Museumsverein bestrebt, eine eigene Halle zu errichten, aber noch ist das Zukunftsmusik.

Greifbar sind jedoch die kommenden zwei Tage, die den diesjährigen Abschluss bilden. Am Samstag wird ein Erich Honecker-Double im Tschaika und mit Polizeibegleitung vorfahren und für Fotos posieren. Zudem gibt es einen historischen Löschangriff. "Jedoch nicht wie die Brandbekämpfung in der Stadt zu finden war, sondern wie sie sich auf dem Dorf abspielte, ABVer und Traktor mit Löschanhänger inklusive" erklärt Christian von Hagen. Ihm selbst ist die Verbundenheit zu den Fahrzeugen sichtlich anzumerken. "Ich bin da ja von klein auf reingeboren. Das ist Technik, die man noch versteht, heute ist alles verbaut. Aber nur wer diese kennt, hat die besten Voraussetzungen, mit der Zukünftigen umzugehen."

Ähnlich enthusiastisch über seine Leidenschaft spricht Hubert Pinick aus Perleberg. Er sammelt Atemschutztechnik, hat über 400 Masken und 900 Bücher zu diesem Thema zusammengetragen und zeigt eine Auswahl auf dem Gelände. Und so finden sich noch einige Experten ihres Fachs zwischen alten Handwerkstechnik, Modellfahrzeugen und Feldbahn.

Scheinwerfer und Lkw sind die heimlichen Höhepunkte

Doch zurück zum mobilen Boden-Landescheinwerfer. Dieser APM-90 ist zusammen mit dem Lastkraftwagen ZIL-130 der heimliche Höhepunkt des Geländes. "Den haben wir erst vor kurzem von einem polnischen Schrottplatz bekommen, wo die Fahrzeuge militärisch abgewrackt werden", verdeutlicht Christian von Hagen. Doch davor konnte das funktionsfähige Liebhaberstück gerettet werden, das demnächst in den Genuss einer Renovierung kommen soll. Zusätzlich zu den Fahrzeugen aus dem Fundus genug Arbeit für den Verein, der die jährliche Blaulichtwoche noch lange in dem Format erhalten will. "Die findet jedes Jahr immer in der letzten zusammenhängenden Juni-Woche statt, da kann man also auch jetzt schon einmal acht bis zehn Jahre im Voraus planen", meint der Museumsleiter lächelnd.

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