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Historischer Exkurs Der Kreisstadt : Von erster Wehranlage bis Abzug der letzten Truppen

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Aus der Redaktion des Prignitzers

„Perleberg – Militär und Garnison“, so lautet der Titel des neuen Buches von Jens Nering. Ab dem 6. Februar ist es im Handel erhältlich.

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erstellt am 03.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Das Buch, das die Militärgeschichte Perlebergs in Wort und Bild beleuchtet, ist fertig und wird in einer Auflage von 70 Stück ab dem 6. Februar im Handel erhältlich sein. Es ist ein historischer Exkurs, beginnend mit der Gänseburg als Teil der Stadtverteidigungsanlage und vorerst endend mit dem Abzug der Bundeswehr aus Perleberg, umreißt Autor Jens Nering den Inhalt. Er sei nicht der Erste, der sich diesem Thema widmet, doch abschließend wurde es bisher nicht behandelt.

Neben den Informationen, einschließlich über die Zeit des Zweiten Weltkrieges, spielt in der Ausgabe auch die Ära der sowjetischen Truppen in Perleberg eine Rolle. Die Sprache kommt so auf den Flugplatz, den Schießplatz, das Munitionslager bei Spiegelhagen und die Kommandanturen, wie auch auf die Stadtkaserne. So werden unter anderem die Standorte der Kasernen vor der Zeit der großen Häuser in der Kurmärker Straße anhand von Lageplänen erklärt.

Im Buch erfährt man unter anderem auch so einiges über den militärischen Tagesablauf zur Zeit der Ulanen vor dem Ersten Weltkrieg: „Der Dienst begann um 3.30 Uhr in der Frühe mit der Pferdepflege, denn ohne Pferd war der Kavallerist nichts wert.“ Mit der Schießausbildung zog dann eine für die Ulanen neue Kampftechnik ein. Waren sie doch vor allem wegen ihrer Kampfeskünste mit der Lanze besonders gefürchtet, so mussten sie nun auch den Umgang mit den Schusswaffen beherrschen.

Der Bau der Kasernen brachte im August 1903 gar eine Überraschung ans Tageslicht. Bei Ausschachtungsarbeiten an der Kurmärker Straße wurde in etwa 60 Zentimetern Tiefe ein Flachgräberfeld aus Urnen freigelegt, berichtet der Autor.

Und auch dieses Kapitel Militärgeschichte findet man im Buch von Jens Nering: Die Befreiung. Mit der Ankunft der russischen Armee am 2. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg jedoch noch nicht vorbei, auch nicht in Perleberg. Völlig überraschend tauchten deutsche Flieger über der Stadt auf, feuerten auf die am Boden agierenden Russen. Diese erwiderten aus Maschinengewehren und Flugabwehrgeschützen. Zum Abend des 3. Mai wurde durch die Russen Alarm geblasen, tatsächlich auf einer Trompete. Geschütze, Lastkraftwagen und gepanzerte Fahrzeuge rollten die Wilsnacker Chaussee hinaus. Fast zeitgleich fuhren sechs eigenartig anmutende Fahrzeuge auf die Hindenburgwiese (Friedrich-Engels-Platz). Es waren Stalinorgeln, Raketenwerfer, die alles niederwalzten was ihnen im Wege stand. Die Russen brachten alle 96 Geschosse in Stellung. Das Kommando zum Abschuss wurde gegeben. Alle Raketen fegten knapp über den Wald am Heldendenkmal acht Kilometer weit in Richtung Jakel. Die Russen vermuteten dort versprengte deutsche Truppen im Wald.

So findet man viele Episoden bzw. Zeitzeugenberichte in dem Buch, in dem auch die Volkspolizei und die Staatssicherheit als bewaffnete Organe der DDR nicht ausgenommen werden. „Ein solches Buch ist nicht das Werk eines Einzelnen, betont Jens Nering. Es konnte nur mit Hilfe sachkundiger Perleberger entstehen, die neben ihrem Wissen auch mit Text- und Bildmaterial Unterstützung geleistet haben.“ Ihnen spricht der Autor einen besonderen Dank aus. Sie haben damit ein Stück der Perleberger Geschichte für die Nachwelt erhalten.  

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