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Meerforellenbrütlinge in Bäche eingesetzt : Von der Stör in die Stepenitz

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Ende Februar sind die Meerforellen geschlüpft, schätzt Ulrich Thiel vom Landesanglerverband Brandenburg. Ihre erste Wanderung haben sie seit Freitag allerdings schon hinter sich, doch nicht wasserseitig, sondern per Pkw.

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erstellt am 17.Apr.2012 | 01:30 Uhr

Ende Februar sind die Meerforellen geschlüpft, schätzt Ulrich Thiel vom Landesanglerverband Brandenburg. Ihre erste Wanderung haben sie seit gestern allerdings schon hinter sich, doch nicht wasserseitig. Denn per Pkw, immer zu 2500 bzw. 5000 Stück in riesigen mit Wasser gefüllten Plastebeuteln verpackt, geht es von der an der Stör gelegenen Brutanlage des Verbandes der Binnenfischer und Teichwirte Schleswig-Holstein 300 km Richtung Prignitz. Gegen Mittag sind sie da – 100 000 so genannte Brütlinge. An der Stepenitzbrücke in Lockstädt warten schon über 30 Helfer vom Institut für Binnenfischerei e. V. Potsdam-Sacrow, vom Landes- und Kreisanglerverband und den örtlichen Anglervereinen. Aus Berlin angereist ist extra Ulrich Kohls. „Und das erste Mal bin ich ohne Angel an der Stepenitz“, fügt er schmunzelnd an. Bereits in den 60er Jahren habe er an der Stepenitz seine ersten Forellen gefangen. Gestern kam er, um beim Besatz zu helfen.

Im Elbesystem heimisch

Knapp zweieinhalb Zentimeter sind die Meerforellen groß, „sie sind aber schon in der Lage, aktiv zu schwimmen und sich selbst zu ernähren“, fügt Ulrich Thiel an. Trotzdem haben sie noch einen kleinen Nahrungsvorrat in dem Dottersack. „Das sichert ihr Überleben auch wenn es plötzlich kalt wird, sie ihren sicheren Unterschlupf nicht verlassen können“, so Thiel. Jetzt sei der optimale Zeitpunkt, die Brütlinge ihrem neuen Zuhause zu überlassen, zu erst im seichten Gewässer der Bäche wo sie kaum Konkurrenz haben. Je größer sie werden, um so mehr zieht es die Meerforelle dann in tiefere Gefilde der Stepenitz. Nach etwa einem Jahr, die meisten nach zwei und drei Jahren, wandern die Meerforellen dann über die Elbe ab in Richtung Nordsee. „Man rechnet von 1000 mit ein bis zwei Rückkehrern“, listet Thiel auf. Relativ hoch seien die Verluste im ersten Jahr. Hinsichtlich des Laichens sei die Meerforelle relativ robust, steigt drei, ja bis zu fünfmal zum Laichen auf. Anders die Lachse, die nach dem Laichen sterben.

„Und auch deutlich mehr Meerforellen als Lachse finden den Weg zurück in die Stepenitz und ihre Nebengewässer, um hier ihre Laichgruben zu schlagen und für Nachwuchs zu sorgen. 2010 hatten wir beim Laichfisch-Monitoring 66 Rückkehrer, im vergangenen Jahr waren es 86“, berichtet Steffen Zahn vom Institut für Binnenfischerei. Seit 1999 werden wissenschaftlich begleitet Meerforellenbrütlinge ausgesetzt. „Mit 20 000 bzw. 30 000 haben wir begonnen, seit 2008 sind es stets 100 000“, so Zahn.
„Meerforellen dürfen geangelt werden“, doch falle das schon unter die hohe Kunst des Angelns, gesteht Ulrich Thiel. Der Grund: Sie fressen im Süßwasser nicht. Dass dennoch Petri-Jünger Glück haben, stehe außer Zweifel, doch Daten darüber gäbe es nicht. Worauf dieses Petri-Glück beruhe, auch daran scheiden sich die Geister.

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