Denkmal des Monats : Von der Ruine zum kleinen Schatz

Sieglinde Seidel übergab für die Arbeitsgruppe Nordwest der AG historische Stadtkerne die Plakette.  Fotos: Birgit Hamann
1 von 3
Sieglinde Seidel übergab für die Arbeitsgruppe Nordwest der AG historische Stadtkerne die Plakette. Fotos: Birgit Hamann

Ehemalige Schmiede in der Parchimer Straße wurde 2001/02 komplett saniert und jetzt als Denkmal des Monats Juni ausgezeichnet

von
27. Juni 2016, 21:00 Uhr

Dass die „Alte Schmiede“ in der Parchimer Straße 11a heute ein preisgekröntes, lebendiges Denkmal ist, hat sie wohl einer Liebe zu verdanken. Ende der 1990er Jahre entdeckten Berthold und Brunhild van der Veken das zu diesem Zeitpunkt alles ander als ansehnliche Grundstück vom Hagen aus. „Das möchte ich haben“, erinnert sich Brunhild van der Veken noch an ihre eigenen Worte von damals.

Jetzt, im Juni 2016, wurde das Haus von der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg (AG) als Denkmal des Monats gekürt. Am Sonntag fanden sich dazu viele Interessierte ein, die der Preisverleihung beiwohnen und dann natürlich auch einen Blick ins Innere des Gemäuers werfen wollten.

Wäre es nach Ratschlägen aus dem Umfeld der van der Vekens gegangen, hätten sie sich das Unterfangen wohl nicht aufgehalst. „Um Gottes Willen …“, lautete der Tenor vieler Meinungen. „Aber, zusammen mit Architekt Klaus Röpke hatten wir eine Vision“, berichtet Brunhild van der Veken. Für sie selbst war es in der Parchimer Straße – früher: Judenstraße – fast wie eine Rückkehr in die eigene Kindheit. „Das Haus meines Großvaters hatte Ähnlichkeit mit diesem hier, auch die Lage in der kleinen Stadt am Main, in der dortigen ehemaligen Judengasse. Als wir später noch das Vorderhaus umgebaut haben, sind wir auf Fundstücke aus jener Zeit gestoßen. Hier hat einst eine jüdische Familie gewohnt“, erzählt Brunhild van der Veken. Mit ihrem Mann habe sie hier noch wunderbare Jahre verbringen können. Er verstarb Ende August 2009 zum Beginn der ersten Lotte Lehmann Akademie plötzlich und unerwartet. Berthold van der Veken gehörte seinerzeit zu den Ideengebern und Vordenkern der Akademie, konnte ihr Wachsen und Gedeihen jedoch leider nicht mehr selbst miterleben. „Hier, in der Parchimer Straße, ist in den Köpfen die Idee für die Lehmann-Akademie entstanden“, sagt Brunhild van der Veken.

Klaus Röpke hatte Fotos mit historischen Ansichten zur Preisverleihung mitgebracht, schilderte kurz das Prozedere von der Idee bis zur Umsetzung, die 2001/02 erfolgte, und erläuterte, warum man sich für welche Gestaltungsvarianten entschieden hat. „Van der Vekens erkannten den Charme des Anwesens“, so Röpke.

Sieglinde Seidel übergab für die AG die Plakette an die jetzigen Eigentümer, Familie Quensell. Bürgermeisterin Annett Jura ermutigte die anwesenden Bürger, sich selbst vielleicht ein solches „Schätzchen“ in der Altstadt zu suchen und zu sanieren: „Wagen Sie es. Wir hätten da noch so einiges zu bieten.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen