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Lokschuppen Wittenberge : Von der Parade bis zur Hafenfahrt

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Hunderte Besucher feierten mit dem „Historischen Lokschuppen Wittenberge e. V. “ und den „Dampflokfreunden Salzwedel e. V.“ am Wochenende Geburtstag.

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2014 | 22:00 Uhr

Wenn der Historische Lokschuppen in Wittenberge seine Tore öffnet, ist es ein Muss für Liebhaber alter Dampf- und Dieselloks, dort vorbeizuschauen. So auch am Wochenende. Doch diesmal war der Andrang von Groß und Klein aus nah und fern gewaltig. Der „Historische Lokschuppen Wittenberge e.V.“ und die „Dampflokfreunde Salzwedel e.V.“ hatten sich zum zehnjährigen bzw. 20-jährigen Geburtstag etwas Besonderes einfallen lassen. Die Besucher standen Schlange, wollten sie doch bei der Premiere dabei sein: Erstmals gab es eine Zug-Rundtour vom Lokschuppen zum Elbeport und zurück. Da waren selbst die Vereinsverantwortlichen überwältigt: „Wir hatten uns zwar viele Besucher erhofft, aber so viele… Es ist perfekt, wir sind echt positiv überrascht“, freute sich der 2. Vorsitzende der Dampflokfreunde Salzwedel, Dennis Kathke. Dreimal fuhr der Zug am Sonnabend, zweimal am Sonntag –und jedes Mal standen mehr Interessierte an, als mit konnten. „Mehr Fahrten bekommen wir zeitlich nicht hin. Und es ist ein relativ hoher Aufwand, wir benötigen dazu zwei Loks“, erklärt Burkhard Bohn, der 1. Vorsitzende der Salzwedeler und fügt schmunzelnd an: „Wir lernen daraus und üben.“ 2014 hatte Wittenberge einen zweiten Gleisbogen bekommen. „Die Strecke ist ja da, und so kamen wir auf die Idee dieser Hafenfahrt. Wir wollen damit auch den Besuchern die Industriebahn und das Industriegebiet näher bringen“, sagte Kathke.

Und nähergebracht hatte Dampflokfreund Dirk Endisch den Interessierten – auch das waren eine Menge – die Geschichte des ehemaligen Wittenberger Bahnbetriebswerks, das zu den zehn größten in der DDR gehörte, und die heutige Instandhaltungsstätte der Eisenbahngesellschaft Potsdam (EGP) im Lokschuppen III. „Hier schlug das Herz der Instandhaltung des Bahnwerks Wittenberge.“ Auch hier war es eine Premiere, dass Besucher erstmals durchgeführt werden konnten. Seit 2011 ist nun dort die EGP beheimatet, die den Besucherführungen offen gegenüberstand und diese ermöglichte. „Es ist ganz toll, dass so etwas hier veranstaltet wird. Es interessiert mich, was hier einmal war und was heute hier ist“, sagte Prof. Karl-Otto Prietzel von der Universität Magdeburg, der 1954 in Wittenberge an der EOS Abi gemacht hat. Dieses Wochenende stand mal wieder ein Klassentreffen an. So ließ er sich die Gelegenheit nicht nehmen, sich auf dem Gelände umzusehen. „Als Jugendlicher habe ich hier oft gestanden“, so Prietzel, der nach dem Abi nach Magdeburg ging. Seine Frau und sein Schwiegervater arbeiteten dort bei der Bahn, so sei auch die Verbundenheit des Werkstofffachmannes zur Bahn entstanden.

Und es gab noch allerhand mehr für die Besucher zu bestaunen. Bei der Parade der alten Stahlrösser auf der Drehscheibe versuchte jeder Liebhaber den besten Platz für ein Erinnerungsfoto zu bekommen – was aufgrund des Andrangs gar nicht so einfach war. Auch die H6-Freunde aus Lenzen und das Blaulicht-Museum kamen mit diversen Oldtimern sowie Mitglieder der Harley Owners Group aus Hamburg und Umgebung. Sie alle fuhren per Korso durch Wittenberge zum Lokschuppen. „Wir waren schon vor ein paar Jahren in Salzwedel haben uns die Loks angesehen. Dennis hat gefragt, ob wir jetzt nicht mal nach Wittenberge kommen wollen und hier an der Parade durch die Stadt teilnehmen möchten. So haben wir das gleich mit unserer Jahresabschlussfahrt verbunden“, sagte Claus Fetter, Vorstandsmitglied der Harley-Davidson-Liebhaber.


 

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