Von der Kunst des Kostens und Kochens

<strong>Blaubeeren, Apfelsine, Mango,</strong> Granatapfel - die Restaurantfachleute mussten diverse Früchte mit verbundenen Augen allein am Geschmack erkennen.
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Blaubeeren, Apfelsine, Mango, Granatapfel - die Restaurantfachleute mussten diverse Früchte mit verbundenen Augen allein am Geschmack erkennen.

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27. Januar 2013, 06:49 Uhr

Wittenberge | Es sieht so einfach aus, aber mit verbundenen Augen nur am Geschmack die Frucht zu erkennen, scheint doch schwer zu sein. Marcel Ramm ist unsicher, schwankt zwischen Himbeere und Brombeere. Bei der Orange ist er sich sicher, aber Mango und Blaubeere erkennt er nicht. "Das war nicht gut", sagt der angehende Restaurantfachmann anschließend. Eigentlich sollte man es wissen, meint er und ist sichtlich unzufrieden mit seiner Leistung auf den 14. Prignitzer Jugendmeisterschaften im Gastgewerbe. 15 Auszubildende nahmen daran am Sonnabend in Wittenberge teil.

"Mein Chef hat mit mir filetieren und tranchieren geübt", sagt Maria Fleckenstein, die auf der Burg Lenzen lernt. Tanja Rußat vom Gasthaus Dahse bekam Tipps zum Eindecken der Tafel. Die beiden jungen Damen fühlen sich gut vorbereitet, sind entspannt und kaum aufgeregt. "Es ist doch keine Prüfung, sondern ein Wettkampf. Wir kennen uns untereinander, gehen zum Teil in die gleiche Klasse", so Tanja Rußat. Aber vor der Blindverkostung haben sie alle Respekt, fragen ihre Kollegen aus, was sie zu erwarten hätten.

"Das ist wirklich nicht leicht", bestätigt Berit Hafke, Berufsschullehrerin am Oberstufenzentrum. Zugleich schränkt sie ein, dass sie ganz bewusst relativ bekannte Früchte ausgewählt habe, die die Lehrlinge aus der täglichen Arbeit kennen müssten. Auch ein Likör war darunter. Bei den Landes- und den deutschen Meisterschaften würden ganz andere Kenntnisse vorausgesetzt. "Dort muss man beispielsweise Weine und Weinbrände erkennen", sagt Berit Hafke, die selbst Mitglied in der Landesjury ist.

Koch Klaus Lindner beobachtet in der Küche seine künftigen Kollegen. Schnitttechniken, Zeiteinteilung, Sauberkeit - alles fließt in die Bewertung mit ein. Steve Grosch von der Ölmühle bereitet eine mit Champignons gefüllte geschmorte Wildschweinkeule vor, zum Dessert möchte er Rotweinbirne in Blätterteigmantel mit Vanillesoße reichen. "Geübt habe ich es zuvor nicht", gibt der Lehrling zu, aber er sei zuversichtlich. Klaus Lindner versichert, niemand werde im Stich gelassen. "Wird die Zeit zu eng oder droht etwas völlig falsch zu werden, helfen wir. Schließlich erwarten wir heute Abend mehr als 60 Gäste." Unter ihnen waren Olaf Lücke, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Brandenburg, und die Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler (SPD).

Ergebnisse Restaurantfachfrau /mann: 1. Irina Hahn, Hotel Neuer Hennings Hof, Perleberg; 2. Alexander Zwilling, Dahses Erbhof, Glövzin; 3. Anastasia Rupp, Theaterkeller, Wittenberge; 4. Maria Fleckenstein, Burghotel , Lenzen.

Köchin/Koch: 1. Florian Kliem, Zur Schwedenschanze, Kuhbier; 2. Hannes Thal, Hotel ambiente, Bad Wilsnack; 3. Tina Scheibenhuber, Hotel ambiente, 4. Maria Grimm, Dahses Erbhof, Glövzin.

Kreativpokale erhielten Anastasia Rupp, Theaterkeller, für die beste Tischdekoration und Florian Kliem, Zur Schwedenschanze, für das beste gestaltete Menü.

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