Kleingartenwesen : Von der „Kachel“ zur Oase

Die geehrten Kleingärtner im Gruppenbild vereint. Vorn rechts: Dr. Sabine Kramer, 2. Beigeordnete des Landrates (r.), und die Prignitzer Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler (SPD).
Die geehrten Kleingärtner im Gruppenbild vereint. Vorn rechts: Dr. Sabine Kramer, 2. Beigeordnete des Landrates (r.), und die Prignitzer Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler (SPD).

Prignitzer Kreisverband der Gartenfreunde beging 25-jähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung - Zeit für Rückschau und Lob

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14. September 2015, 12:00 Uhr

Ein Vierteljahrhundert – das ist schon ein würdiger Anlass, um Rückschau zu halten. Insbesondere, wenn es um etwas so Traditionsreiches wie das Kleingartenwesen in der Prignitz geht – speziell vor dem Hintergrund der großen Umbrüche in den vergangenen beiden Jahrzehnten. Mit knapp 3000 aktiven Mitgliedern, organisiert in derzeit 57 Kleingartenvereinen, handelt es sich um einen der stärksten gemeinnützigen Verbände der Region, der am Sonnabend ins Pritzwalker Kulturhaus zur Festveranstaltung geladen hatte.

Jörg Swierczinski, Vorsitzender des Kreisverbandes Gartenfreunde e. V. Prignitz, verkündet diese und weitere Zahlen nicht ohne Stolz und auch nicht ohne Grund. Schließlich hat der Verband Federn gelassen, musste so mancher demografischen Entwicklung Tribut zollen. Derzeit stehen rund 22 Prozent der Gartenparzellen im Landkreis leer, der Verband verzeichnete über Jahre einen Mitgliederschwund. Gleichwohl gebe es eine Rückbesinnung auf die kleinen grünen Oasen, die heute – mehr als zu früheren Zeiten – für viele ein Ort der Erholung und des Abschaltens vom Alltag sind.

Im Vergleich zur eigentlichen Kleingärtnertradition nehmen sich die zurückliegenden 25 Jahre natürlich winzig aus. Dr. Sabine Kramer, 2. Beigeordnete des Landrates, erinnerte daran, dass bereits 1888 in Wittenberge die ersten 138 Parzellen mit einer Größe von jeweils 200 Quadratmetern ausgewiesen und urbar gemacht wurden. Damals nannte man die Flächen noch „Kacheln“. Viel später – zu DDR-Zeiten – erfreuten sich Kleingartenparzellen außerordentlicher Beliebtheit, es gab sogar oft Wartezeiten für diejenigen, die einen Garten pachten wollten. Heute lauten die brennenden Themen: Rückbau und Renaturierung, so Kramer. Darüber mache sich auch der Landkreis Gedanken. „Wir bieten an, dass der Kreis freie, zusammenhängende Flächen übernimmt und diese dann wiederum als Ausgleichsflächen ausweist, die für bestimmte Investitionen notwendig sind.“

Dass die Prignitzer Kleingärtner auch für dieses Problem einen Weg finden werden, davon ist nicht zuletzt Bernd Engelhardt, Vorsitzender des Landesverbandes Brandenburg der Gartenfreunde e. V., überzeugt. „Für mich ist es immer wieder eine große Freude, bei den Prignitzern zu Gast zu sein. Ein wirklich ausgezeichneter Verband, eines unserer Gründungsmitglieder und stets lösungsorientiert“, lobte er die Arbeit, die hier vor Ort geleistet wird.  

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