Der Natur ganz nah : Von der Artenvielfalt beeindruckt

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Bianka Zelle (34) arbeitet jetzt als Rangerin im Biosphärenreservat in Rühstädt.

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27. Januar 2016, 22:00 Uhr

Bianka Zelle trotzt dem Wetter. Bei Regen, Wind oder eisiger Kälte zieht es sie ins Freie. Die 34-jährige Diplom-Geografin arbeitet seit kurzem bei der Naturwacht im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. „Derzeit überprüfen wir, wo sich Schwarz- und Rotmilane im Biosphärenreservat aufhalten“, erklärt die gebürtige Eberswalderin. Und deren Nester seien nun mal in unbelaubten Bäumen besser zu sehen. „Im Frühjahr und Sommer werden wir die Nester noch einmal aufsuchen, um zu überprüfen, ob sie vom Rot- und Schwarzmilan als Brutplätze genutzt werden.“ Die Region gehört, wie ganz Norddeutschland, zu den Hauptbrutgebieten dieser Vögel.

Schon seit dem Geografie-Studium in Marburg interessiert sich Bianka Zelle für die Natur. „Ich habe im Grundstudium die Fachbereiche Botanik und Geologie belegt. Im Hauptstudium kam dann Naturschutz dazu“, erzählt die junge Frau, die nun als Rangerin in Rühstädt arbeitet und mit ihrem Partner, einem gebürtigen Prignitzer, in Wittenberge lebt.

Doch was hat sie an dem Job gereizt? „Ich möchte draußen arbeiten, die Entwicklung eines Gebietes über mehrere Jahre erleben können. Das ist sehr interessant, da sich die Region in Sachen Artenvielfalt in Brandenburg als einzigartig erweist“, schwärmt sie. „Einmal schoss ein Eisvogel wie ein blauer Blitz durch die Luft. Das ist ein Eindruck, den man nicht vergisst.“ Im Vergleich zu ihrer früheren Arbeit als Landschaftsplanerin sei das eine willkommene Abwechslung.

Doch nicht nur die Milane stehen auf der Aufgabenliste ganz oben. „Wir zählen auch die Rast- und Wasservögel, wie Gänse, Schwäne und Kraniche. Für diese Arten ist die Elbe einer der wichtigsten Durchzugskorridore“, weiß Bianka Zelle. Außerdem unterstützt sie die Kollegen der Naturwacht beim Datenmanagement. Das heißt, sie pflegt die erhobenen Daten der Naturwacht in ein Geo-Informationssystem ein, so dass die Reservatsverwaltung und die Vogelschutzwarte mit den Daten arbeiten können. Ihr Kollege Jürgen Herper ist froh, „dass wir so eine gut ausgebildete Kollegin gewinnen konnten“.

Finanziert wird ihre auf zwei Jahre befristete Stelle aus Landesmitteln, die der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg als Trägerin der Naturwacht zur Verfügung gestellt werden. Hierfür wurde erst kürzlich eine Rahmenvereinbarung zwischen dem Landesumweltministerium und der Stiftung unterzeichnet. Somit ist der größte Teil der zur Finanzierung der Naturwacht benötigten Mittel gesichert. Die rund 96 Ranger der Naturwacht sind vor allem in den Bereichen Umweltbeobachtung, Arten- und Biotopschutz sowie Umweltbildung aktiv.

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