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Wir in der Prignitz : Von Dallmin in die große weite Welt

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Avebe Kartoffelstärkefabrik produziert jährlich bis zu 60 000 Tonnen Stärke

svz.de von
erstellt am 29.Dez.2015 | 17:04 Uhr

Was haben zum Beispiel Puddingpulver von Dr. Oetker, Heiße Tasse von Erasco oder die Nimm 2 Lachgummis gemeinsam? Sie alle beinhalten Kartoffelstärke, eines der Endprodukte, die in der Avebe Kartoffelfabrik Prignitz/Wendland GmbH in Dallmin hergestellt werden. Das Werk blickt mittlerweile auf eine 104-jährige Geschichte zurück und ist mit derzeit knapp über 60 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in Dallmin. Der niederländische weltweit führende Kartoffelstärkehersteller Avebe stieg 1995 in Dallmin ein. Neben diesem Werk gehört noch das Werk in Lüchow in Deutschland dazu. Avebe betreibt drei weitere Produktionsstätten in den Niederlanden und ein Werk in Schweden. Zurzeit beliefern über 700 regionale landwirtschaftliche Betriebe und Landwirte die beiden deutschen Werke, etwas über die Hälfte davon fahren Dallmin an. In den Hochzeiten während der Kampagne rollen um die 100 Anlieferungen am Prignitzer Standort an. Zu den Lieferanten aus der Prignitz gehört natürlich der zweitgrößte Dallminer Arbeitgeber, die Agrargenossenschaft, die an der bäuerlichen Genossenschaft Avebe Anteile hält.

Eine Kampagne läuft in Dallmin gewöhnlich von August bis Ende Januar. Jährlich werden rund 250 000 Tonnen Stärkekartoffeln angeliefert. In diesem Jahr „ist der Stärkegehalt mit 18 Prozent leicht unter dem mehrjährigen Durchschnitt“, sagt Dallmins Geschäftsführer Peter Minow. Die Prignitzer produzieren im Jahr zwischen 50 000 und 60 000 Tonnen Kartoffelstärke. Über die Hälfte davon wird „raus aus Deutschland exportiert“, so Minow. Rund 20 000 Tonnen gehen jährlich zur Zwischenlagerung in die Niederlande bzw. nach Schweden, wo die Dallminer Kartoffelstärke in den Avebe-Werken weiter modifiziert wird.

Auch in der Prignitz setzt man seit gut zehn Jahren auf die so genannte Veredlung. Diese läuft parallel zur Kampagne bzw. in der Interkampagne von Februar bis Juli. Mit einer neuen Modifizierungsanlage veredeln die Dallminer mittlerweile auch Kartoffelstärke zu Spezialprodukten. „Wir konnten in den vergangenen Jahren die Produktionsstunden ausbauen und haben dort eine gute Entwicklung“, sagt Peter Minow.

Seit Avebe die Dallminer übernommen hat, flossen rund 20 Millionen Euro an Investitionen in das Werk. Ohne diverse hochrangige ISO-Zertifizierungen sei man heute gar nicht mehr wettbewerbsfähig aufgestellt.

Eine besondere Strategie verfolgt das Gesamt-Unternehmen. Es setzt auf Nachhaltigkeit. Bis 2018 soll an allen Standorten der CO2-Ausstoß um 25 Prozent verringert werden. In Dallmin liegt man schon jetzt dabei sehr gut im Rennen. Anfang 2015 stellte man auf Ökostrom um. Vor einem Jahr bauten die Prignitzer eine fünf Kilometer lange Erdgasleitung zum Anschluss nach Streesow, um vom Ölverbrauch wegzukommen. Und seit der derzeit laufenden Kampagne bringt man den Transport der Stärke in Richtung Holland auf die Schiene. Bislang gingen im letzten Quartal eines Jahres rund 80 Lkw wöchentlich auf die Autobahn in die Niederlande. Jetzt gehen zweimal die Woche Containerzüge von Karstädt aus in Richtung Stammsitz. Auch das sei ein nicht zu unterschätzender Beitrag zur Verminderung des CO2-Ausstoßes.

Stolz betont Geschäftsführer Peter Minow, dass das Unternehmen die Sicherheit für seine Arbeitnehmer verbessert habe. Sicherheitstage und mehr Vitalität tragen dazu bei. „Wir werden ab 2016 unsere Mitarbeiter auch finanziell unterstützen, wenn sie etwas für ihre Gesundheit tun wollen“, so Minow und hebt erfreut hervor, „dass wir seit zwei Jahren keinen Arbeitsunfall mehr hatten“.  

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