BEntwisch : Von Bentewiths bis ins Heute

Sigmar Luft übergibt Ortsvorsteherin Karin Zeida die Bände der Chronik, damit diese ihren Platz in der Alten Schule finden.
Sigmar Luft übergibt Ortsvorsteherin Karin Zeida die Bände der Chronik, damit diese ihren Platz in der Alten Schule finden.

Sigmar Luft hat Chronik des Ortes erarbeitet.

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20. November 2018, 12:00 Uhr

Als Bentewiths findet das heutige Dorf Bentwisch 1345 erstmals eine schriftliche Erwähnung, nachzulesen im Historischen Ortslexikon für Brandenburg von Lieselott Enders. Was sich über Jahrhunderten bis heute in dem Ort ereignet hat, was ihn prägt, wie seine Bewohner lebten und leben, das hat jetzt Sigmar Luft, seit etlichen Jahren in Bentwisch zu Hause, recherchiert, zusammengetragen, geordnet und aufgeschrieben. „Es ist das Werk viele Jahre und ungezählter Stunden“, sagt Luft, als er die siebenbändige Ortschronik vorstellt.

Vom Urknall bis 2017 hat er sie betitelt. Ein Titel, der darauf abzielt, dass Luft sich auch mit der Zeit vor der schriftlichen Ersterwähnung befasst hat. Er ordnet die Bentwischer Geschichte in historische Zeitläufe ein, ergänzt sie mit allgemeinen Erläuterungen. Sigmar Luft sagt selbst: „Nein, es ist keine Chronik im streng wissenschaftlichen Sinne. Ich habe unserer Geschichte nachgespürt.“ Es liege in der Natur der Sache, dass man – je näher man der Gegenwart kommt – immer häufiger auch auf Artikel aus dem „Prignitzer“ stößt, beispielsweise, als die Alte Schule, heute kulturelles Zentrum im Ort, Anfang der 2000er Jahre saniert wurde. Ortsvorsteherin Karin Zeida erinnert sich an das riesige Bauvorhaben, das eigentlich gar nicht so groß geplant war. Aber wie das mit alten Häusern so sei, fängt man erst einmal an, dann müsse man immer mehr machen, erinnert sich die Ortsvorsteherin. Bis Ende der 60er Jahre erhielten in dem Fachwerkhaus nahe der Kirche Bentwischer Kinder noch ihren Unterricht.

Aber zurück in die weite Vergangenheit: Sigmar Luft vermerkt in seiner Chronik, zu deren historischen Quellen auch das besagte Brandenburger Ortslexikon gehört, dass 1441 Cone Don Restropp mit dem Schloss Nieborch (Neuburg) belehnt wurde „und zu diesem Besitz gehört auch …die twey dell to der bentwische und dat ist wüst…“ Erst 1534 wird Bentwisch wieder als aktives Dorf erwähnt.

Überliefert ist aus dem 17. Jahrhundert, dass es in Bentwisch eine Heilquelle gegeben habe. Luft zitiert in seiner Chronik einen Adolf Kähler aus dem Jahr 1875. Dieser berichtet: „Bentwisch hat nach der Aussage der alten Leute in früherer Zeit eine mineralische Heilquelle besessen, die wahrscheinlich im 30jährigen Krieg verschüttet worden ist.“ „Die Quelle soll im sogenannten – Tiefen Grund – gelegen haben. Wo aber ist diese Stelle, wo sie einst sprudelte? Die Angaben der alten Leute über die Lage des niedrigen Feldes sind so verschieden, dass das Auffinden derselben wohl nicht gedacht werden kann“, zitiert Luft außerdem den Lehrer und Küster W. Nebert.

20 Aktenordner mit Material zur Dorfgeschichte hat der Chronist ehrenhalber über die Jahre zusammengetragen. „Ich konnte mich dabei auch auf Unterlagen von Alteingesessenen stützen“, sagt Luft und nennt die Familien Wolgast, Gührs, Wernicke, Koch und Hecht. Und dann erzählt er noch von Wilhelm Hecht. Dieser habe in den 90er Jahren einen Gebäude- und Hofnachweis angelegt und zu jedem Grundstück aufgeschrieben, was er noch von den Eltern und Großeltern dazu wusste. Das sei historischer Stoff, der noch aufgearbeitet werden kann. „Aber das macht noch einmal sehr viel Arbeit und vor allem müssen alle mitmachen wollen“, resümiert Luft.

Die Chronik mit ihren Bänden liegt jetzt in zwei Exemplaren ausgedruckt und in gebundener Form vor. Ein Exemplar erhielt Karin Zeida. Die Ortsvorsteherin wird es in der Alte Schule für alle Interessierten deponieren und ist glücklich über diesen besonderen Zuwachs im Bücherregal. Ein weiteres Exemplar erhält das Stadtarchiv.

Für das dritte Exemplar, das die Stadtbibliothek erhalten soll, erhält er von den Stadtwerken Unterstützung für die Druckkosten. Und würde sich, wie er sagt, über weiteres Sponsoring freuen.

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