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Dorffeste : Von Backkunst bis Ü-Eier-Fädeln

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Eine der schönsten Jahreszeiten in der Prignitz: Ernte- und Dorffeste lockten vielerorts bei bestem Spätsommerwetter zahlreiche Gäste an

von
erstellt am 28.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Ein guter Teil der Ernte ist eingebracht – die Zeit der Erntefeste in der Prignitz bricht an. Und, man kann getrost sagen: Sicher eine der schönsten Zeiten im Jahr, denn allerorten sind die Menschen gesellig zusammen, die Dörfer sind toll geschmückt, liebevoll ausstaffierte Umzüge bewegen sich über die Straßen und zudem präsentiert sich das Wetter ja im Spätsommer meist von seiner besten Seite.


Neuhof


Der sommerliche Sonnabend lockte so viele Gäste ins winzige Neuhof (Gemeinde Karstädt) zum Backofenfest, dass der leckere Kuchen bereits gegen 16 Uhr komplett verputzt war. „Soll ich Ihnen mal was sagen? Ich hab’ nicht mal selbst was abbekommen“, so Olaf Krüger, stellvertretender Ortsvorsteher und Total-Auskenner, was den richtigen Betrieb des Buschbackofens angeht. Das sei schon eine Wissenschaft für sich, die die Neuhofer aber bestens beherrschen. Denn hier wurden am Wochenende nicht nur zahlreiche Blechkuchen abgebacken, sondern auch Brot und Schweinekeule. Mit Buschwerk wird der Ofen übrigens nicht mehr beheizt, sondern mit Holz. Das Aufheizen und Vorbereiten startete bereits am Freitag. Die jeweilige Temperatur richtet sich danach, was genau im Ofen gegart werden soll. Es war bereits das neunte Fest rund um den Backofen, der mitten in Neuhof steht. „2018, zur zehnten Auflage, wollen wir das – gemeinsam mit dem Bürgerverein Kribbe – etwas größer aufziehen“, verraten Olaf Krüger und Ortsvorsteher Wolfgang Kuhert. Mit großen Festen hat das 60-Seelen-Dorf bereits Erfahrungen: So zählte man beispielsweise 2014 zur 250-Jahrfeier rund 500 Besucher.


Reckenzin / Streesow


Ein Jahr kleiner, ein Jahr größer – in diesem Rhythmus feiern Reckenzin und Streesow (Gemeinde Karstädt) ihr Erntefest gemeinsam. 2017 war es wieder etwas größer: Mit tollem Umzug durch die beiden Dörfchen, Livemusik auf dem Reckenziner Sportplatz mit der Band „Blecheinander“. „Wir hatten dieses Mal sogar 13 Wagen, sonst waren es immer so acht bis zehn“, freut sich Ortsvorsteher Axel Scheer. Und, noch stolzer ist er darauf, dass man 2017 eine alte Tradition wiederbeleben konnte: die des Erntekrone-Bindens. „So etwas stirbt tatsächlich aus, wenn man es nicht pflegt und ausübt“, so Scheer. Gebunden wurde die Krone in Streesow auf dem Hof von Familie Schondorff, auch Gabi Dalchow und Eleonore Blum gebühre dafür eine Anerkennung, stellt Axel Scheer heraus. Auf dem Sportplatz gab es jede Menge kulinarische Angebote. Und, wer die Kalorien gleich wieder loswerden wollte, konnte das bei sportlichen Spielen sowie abends beim Erntetanz in Angriff nehmen.


Groß Buchholz


Dieses Mal begingen die Groß Buchholzer (Stadt Perleberg) „nur“ ein kleines Dorffest, kein großes Erntefest mit Umzug, Erntekrone und so weiter. „Es gibt so viele Veranstaltungen parallel, und ein großer Aufwand ist es ja auch immer“, begründet Ortsvorsteherin Nadja Schwark die Entscheidung für das kleine, aber feine Event. Traditionell ging’s vormittags mit einem Volleyballturnier los. Da konnte sich das Team „12 Fäuste für ein Halleluja“ aus Berge vor der Mannschaft „Teambesprechung“ aus Sükow/Dergenthin und den Gastgebern aus Groß Buchholz „Sonnenkinder“ durchsetzen. Der Spaß habe dabei absolut im Vordergrund gestanden, berichtet Wolfgang Mostaller.

Der „Weiberclub“ und weitere Einwohner hatten dann für den Nachmittag und den Abend noch so das eine oder andere Sahnehäubchen vorbereitet, so z. B. den abendlichen Fackelumzug für die Kinder, leckeres Kesselgulasch für die Mittagsverpflegung, eine Schaumkuss-Wurfmaschine und Spiele für Klein und Groß. Den Vogel vermutlich abgeschossen haben aber Cordula Witt und Manfred Höpfner mit ihrem ebenso kitschig wie plüschig und bunt geschmückten Treckeranhänger, der u. a. eine Girlande aus den gelben Plastikhüllen der Überraschungs-Eier trug. Schätzaufgabe des Dorffestes: Wie viele Plastikhüllen wurden insgesamt aufgefädelt? Lösung: 800 Stück. Die drei besten Schätzer erhielten einen Preis. „Wir suchen noch jede Menge dieser Plastik-Teile, die die meisten Leute ja wegwerfen, wir wollen eine noch längere Girlande daraus basteln“, sagt Nadja Schwark. Wer also was abzugeben hat, kann sich gern jederzeit an die Ortsvorsteherin wenden. Und den schrägen Traktorwagen, so Nadja Schwark, könne man für die Touren in der Region sogar buchen.


Lanz


Acht Wagen fuhren Samstag durch alle Lanzer Ortsteile und sogar für einen Ausflug auf den Deich gab es eine Genehmigung. Nach der Rückkehr stieg im Dorf die eigentliche Feier. „Die Frauen haben gebacken, es gibt eine Tombola und die Kinder können umsonst Karussell fahren“, sagte Andreas Büchner, der zusammen mit Sebastian Urban von der Wählergemeinschaft „Wir von hier“ das Fest seit drei Jahren organisiert. Die Löcknitztaler Musikanten spielten auf, manche Besucher tanzten sogar. „Wir freuen uns, dass das Fest so gut angenommen wird.“

 
 

Birgit Hamann

Hanno Taufenbach

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