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Filmmusik aus Wittenberge : „Vom Suchen“ in der Elbestadt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Daniel G. Schwarz hat eine Episode seines Diplomfilms in Wittenberge gedreht. Mit dabei ist die Band „The Dise“. Vorführung ist am kommenden Freitag.

Bruno (55) und Lisa (28) reisen voneinander unabhängig durch den Osten Deutschlands. Sie tauchen in kleine, unbekannte Welten ein und befreien sich langsam aus den Schlingen der Zukunft und Vergangenheit.

Für seinen Diplomfilm „777 – Vom Suchen“ reiste auch der Nachwuchsregisseur Daniel Günter Schwarz in den Jahren 2007 bis 2010 durch Sachsen, Sachsen Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, um Drehorte für die sieben Episoden der Geschichte von Bruno und Lisa zu suchen. Im Gespräch mit dem „Prignitzer“ gestand er damals, Wittenberge zuvor jahrelang nur im Vorbeifahren aus dem Zug gesehen zu haben. Erzählungen seiner Freunde animierten ihn, auszusteigen. In manchen Städten habe er nichts gespürt, in Wittenberge hingegen eine gewisse Ruhe und Weite. So wurde die Elbestadt zur sechsten Station für seine Protagonisten.

Die dreifache Sieben bildet dabei das Gerüst von Schwarz’ Film: Sieben Geschichten, sieben Orte, sieben Songs. An jedem Drehort suchte er neben lokalen Laiendarstellern, die sich selbst spielen sollten, eine Band, die einen eigenen Song zum Film beisteuert. Für Wittenberge fiel die Wahl auf Nicole Maser, Heiko Trampnau, Ronny Blam, Michael Reichmann und Jeffrey Rauth, kurz „The Dise“.

„Schwarz hat einige Zeit in der Stadt gewohnt, um sich ein Bild vom Leben hier zu machen“, sagt Frontfrau Nicole. „Dabei hat er sich wohl auch umgehört, was es an lokalen Band gibt. Und da scheint unser Name am häufigsten gefallen zu sein.“ Im November 2009 bekommt sie einen Anruf von Schwarz mit der Bitte um ein Treffen. „Er hat uns gefragt, ob wir für den Film ein Lied schreiben können, in dem wir ausdrücken, was wir für unsere Heimatstadt empfinden. Und da wir immer offen für neue Herausforderungen sind, haben wir zugesagt.“

Drei Monate hatte die Band Zeit, ihr Stück zu schreiben. „Auf Deutsch, das hat es für uns etwas schwieriger gemacht, da wir eigentlich lieber auf Englisch texten. Und dann hatte die erste Version auch noch zu viel Text, und Schwarz bat uns, es noch einmal zu überarbeiten. In dieser Zeit ist der Titel noch einmal richtig gereift, und am Ende konnten wir mit dem Song ,Stadt meiner Seele‘ wirklich zufriden sein.“

Beim Komponieren im Proberaum sollte es für „The Dise“ aber nicht bleiben. „Die Bands treten allesamt im Film auf, auch wir“, sagt Nicole. „Allerdings sehen wir da ganz anders aus als sonst, sind alle gruftig geschminkt und ich trage einen Iro. Das passt eigentlich gar nicht mehr so richtig zur poppigen Musik, aber Spaß gemacht hat es auf jeden Fall.“ Ein Wochenende lang haben die Musiker bei den Dreharbeiten mitgemacht. „Das war im Frühjahr 2010. Danach war die Sache für uns erstmal erledigt“, sagt Nicole.

Im November 2012 präsentierte Daniel Günter Schwarz den kompletten Film in Leipzig erstmals öffentlich. „Gemeinsam mit unserem Tontechniker Timo Holst, der auch unseren Filmsong aufgenommen hat, bin ich hingefahren und habe mir das angeschaut. Einerseits war es spannend zu sehen, wie der Regisseur die Handlung in unsere Heimatstadt geholt hat. Andererseits ist es schon komisch, wenn man sich dann selber im Film sieht. Alles in Allem war es eine interessante Erfahrung.“

Am kommenden Freitag, dem 24. Januar, dreht sich im Klim Bim in der Karl- Marx-Straße ab 19 Uhr alles um den Film „777 – Vom Suchen“. Um 19.30 wird die Wittenberger Episode gezeigt, ab 19.50 Uhr der gesamte Film. Um 21.15 Uhr steht der Regisseur für ein Gespräch mit dem Publikum zur Verfügung. Ab 21.30 Uhr folgt ein musikalischer Abend mit zwei Bands, die im Film einen Auftritt haben. Den Anfang macht „Unloved“ aus Leipzig, und ab 22.30 Uhr stehen die Lokalmatadoren von „The Dise“ aus Wittenberge auf der Bühne.

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erstellt am 18.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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