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Touren durch das Wittenberger Rathaus : Vom Sitzungssaal im Dachboden

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der „Prignitzer“ ist gemeinsam mit Jörg Hartwig einem weiteren Geheimnis des Rathauses auf der Spur.

von
erstellt am 13.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Touren durch das Rathaus gehören hier neben Ausflügen mit dem Oldiebus und Aufstiegen in den Veritas-Uhrenturm zu den touristischen Lieblingsunternehmungen. Auch Einheimische begeben sich gern auf Erkundungen durch ihr fast 103 Jahre altes Stadthaus. Sie sehen vieles. Aber manches bauliche Geheimnis behält das Haus auch dann noch für sich. Einer allerdings kennt das Haus wie kein anderer vom Keller bis zum Boden: Hausmeister Jörg Hartwig. Mit ihm ging der „Prignitzer“ Rathausgeheimnisse erkunden.

Heute: Der große Sitzungssaal

Der große Sitzungssaal ist das Herzstück des Rathauses. In diesem Raum beschließen Abgeordnete seit über 100 Jahren, was in Wittenberge getan wird und was nicht, wofür Geld da ist und wofür man keines ausgeben kann oder will.

Aber der Saal birgt auch ein Geheimnis. Wieso kann er doppelt so hoch sein wie die umgebenden Räumlichkeiten und Flure? Des Rätsels Lösung findet sich auf dem Dachboden direkt über dem Saal. Mit Jörg Hartwig geht es da hinauf. Dort ragt ein riesiger grauer Block aus dem Fußboden. Die Konstruktion sieht merkwürdig aus. Hartwig sagt: „Das ist unser Sitzungssaal von oben.“

Um dem Raum seine stattliche Höhe zu geben, haben Stadtbaurat Friede Bruns und der aus Schwerin stammende Architekt Heinrich Mußfeldt diese geniale Lösung gefunden und den Raum ins Dachgeschoss hinein verlängert. Auf den etwa vier Meter hohen Betonklotz kommt man nur per Leiter. Eigentlich gibt es ja auch keinen Grund, oben ’rauf zu klettern. Eigentlich, sagt Hartwig. Denn gesetzt den Fall, in einem der beiden großen hölzernen Leuchter im großen Sitzungssaal ist eine Lampe defekt, dann kann der Leuchter per Kurbel ’runtergelassen werden. Die Kurbeln befinden sich oben auf der Saaldecke. „Dafür muss ich dann nach oben“, erzählt Hartwig. Das passiere aber nur alle paar Jahre. „Das letzte Mal haben wir die Leuchter ’runter gekurbelt, als wir die Sparlampen eingesetzt haben“, erinnert sich der Hausmeister. Und für einen schnellen Einsatz gebe es ja auch immer noch Leitern, über die man die imposanten Leuchter ebenfalls erreicht.

Und der Sitzungssaal hat noch ein Geheimnis zu bieten. Oberhalb der schweren, eindrucksvollen Eingangstür befindet sich eine kleine Loge. War sie für einen besonderen Gast gedacht oder aber als Platz für Musiker bei einer besonders festlichen Veranstaltung? „Das ist nicht bekannt“, sagt Hartwig, als er in die Loge führt, die einen ungewohnten Blick von oben in den Beratungssaal zulässt. Der Weg dorthin führt übrigens durch eine Raum, der auf halber Höhe dem Sitzungssaal vorgelagert und damit nicht vom ganz normalen Rathausflur zu erreichen ist – auch das ein Geheimnis.  

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