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Der Prignitzer

23. August 2017 | 06:22 Uhr

Vom Charme eines besonderen Festes

vom

Bad Wilsnack | 1974 besuchte Cordula Preuß die sechste Klasse und war auf dem ersten Erntefest der Bad Wilsnacker Schule dabei. Keines hat sie seitdem ausgelassen. Erst als Schülerin, dann als Studentin, schließlich als Lehrerin. Am Samstag erlebte sie das 35. Und wenn es kein 36. geben würde, "würde mir diese Atmosphäre, diese Zwanglosigkeit fehlen", sagt sie.

Ganz klein habe das Fest einst begonnen. "Wir verkauften Produkte aus unserem recht großen Schulgarten", erinnert sich Cordula Preuß. Vor dem Schloss wurden Stände aufgebaut, einen Umzug gab es in den ersten Jahren nicht. Ihre vier Studienjahre fern der Heimat hielten sie nicht davon ab, alljährlich am Erntefest teilzunehmen. Später als Lehrerin an der Schule war es eine Selbstverständlichkeit. "Es macht allen Spaß, die Wilsnacker sind dabei", begründet sie die Erfolgsgeschichte.

Zweite Generation auf dem Fest

Mittlerweile sei längst die zweite Generation herangewachsen, kommen Eltern mit ihren Kindern, bringen Großeltern mit. "Ja, eigentlich erwartet man von uns, dass wir dieses Fest machen", sagt Schulleiterin Sabine Zander. Als sie vor fünf Jahren an die Wilsnacker Schule wechselte, hätte sie nicht gedacht, dass dieses Fest wirklich dauerhaft fortzuführen ist. "Ich habe meine Meinung geändert, es ist fest etabliert." Das liege vor allem am Zusammenhalt. Nicht nur Schule und Eltern, sondern auch die Stadt und ortsansässige Unternehmen arbeiten hierfür Hand in Hand, dankt Zander allen Beteiligten.

Kinder schmücken ihre Schilder und Wagen, Eltern jeder Klasse betreuen je einen Verkaufs- und Spielestand. "Uns ist es wichtig, dass Besucher überall auch kostenlose Angebote finden", erklärt Zander. Die Erlöse fließe in die Klassenkassen, mit Ausnahme des Tombolaerlöses. Dieser sei für die ganze Schule bestimmt.

In diesem Jahr werde damit unter anderem die Kinderoper "Hänsel und Gretel" in der Adventszeit finanziert. Einen Teil des Geldes legt die Schule zur Seite. "Wir sparen für einen großen Ausflug", so Zander. Im vergangenen Jahr reichten die Ersparnisse für eine Fahrt nach Berlin. Die ganze Schule erlebte im Friedrichstadtpalast das Märchen von der Schneekönigin - "ein wunderschönes Erlebnis".

Das 35. Erntefest war aber nicht das einzige Jubiläum an diesem Samstag. Zugleich feierte das Schulgebäude seinen 30. Geburtstag. Wer mochte, konnte sich umschauen, mit Lehrern ins Gespräch kommen. Grund für den Bau vor 30 Jahren war der Brand im Schulgebäude am Schloss. Dieses wurde dadurch zerstört.

Das jetzige Haus diente erst als Oberschule, dann als Gesamtschule und nach deren Schließung als Grundschule. In die frühere Grundschule ist die Firma Cleo eingezogen. 2006/07 wurde das Gebäude umgebaut, ermöglicht seitdem ein offenes Ganztagsangebot.

Beide Feste zusammen versprachen einen kurzweiligen Vormittag. "Es gefällt uns wunderbar", meint Silvia Kensy. Sie war mit ihrem Sohn Kai, der gerade sein Geschick an der mobilen Kletterwand austestet, drei Wochen zur Kur in Bad Wilsnack. Gebürtig aus Niedersachsen sei es ihr erster Besuch in der Prignitz gewesen, aber vielleicht nicht der letzte. "Wunderblutkirche, Spaßbad Wittenberge, Ausflüge Richtung Berlin. Wir haben viel unternommen, viel erlebt", sagt Silvia Kensy. Das Erntefest am Samstag sei ein toller Abschluss, bevor es am heutigen Montag wieder nach Hause geht.

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erstellt am 12.Sep.2010 | 04:54 Uhr

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