Kreiskrankenhaus Perleberg : Vom Boxring in die Prignitz

Dr. Adam Balogh (r.) will mit einer Aktionswoche über Schilddrüsenerkrankungen aufklären. Klinikgeschäftsführer Karsten Krüger (l.) freut sich über die Initiative des neuen Chefarztes.
Dr. Adam Balogh (r.) will mit einer Aktionswoche über Schilddrüsenerkrankungen aufklären. Klinikgeschäftsführer Karsten Krüger (l.) freut sich über die Initiative des neuen Chefarztes.

Dr. Adam Balogh ist neuer Leiter der Allgemeinen- und Gefäßchirurgie in Perleberg und betreut als Ringarzt Boxsportler

svz.de von
23. März 2016, 21:00 Uhr

„Ich bin im besten Chirurgenalter“, scherzt Dr. Adam Balogh, der neue Chefarzt der Klinik für Allgemeine-, Viszeral und Gefäßchirurgie am Kreiskrankenhaus in Perleberg. Der 51-jähriger Mediziner hat seine Leitungsfunktion zwar schon Ende des vergangenen Jahres übernommen, aber brauchte die letzten Monate, um sich einzuarbeiten, Kontakte zu niedergelassenen Ärzten zu knüpfen und vor allem seine fachlichen Schwerpunkte zu definieren.

In Perleberg fühle er sich sehr wohl. „Mich reizt hier besonders die Herausforderung, eine gut laufende Chirurgie zu leiten, in der man gut interdisziplinär arbeiten kann“, sagt Balogh, der vor seiner Tätigkeit in Perleberg leitender Oberarzt am Klinikum Soest in Nordrhein-Westfalen war.

Seine Promotion machte er über ein Herzchirurgisches Thema an der Semmelweis-Universität in Budapest, sammelte danach Berufserfahrung als Pathologe in den Niederlanden sowie als Chirurg in Halle/Saale und Bremen und spezialisierte sich im Laufe der Zeit verstärkt auf Operationen am Bauchraum und an den Drüsen.

Am Kreiskrankenhaus stehen nun drei Oberärzte und vier Assistenzärzte an seiner Seite, seine Abteilung arbeitet eng mit der Unfallchirurgie und der Gastroenterologie zusammen. Krankenhausgeschäftsführer Karsten Krüger ergänzt: „Wir haben mit der Chirurgisch-internistischen Bauchstation eine neue Struktur eingeführt, damit die Fachdisziplinen nicht isoliert voneinander arbeiten, sondern am Patientenbett zusammenkommen.“


Viele Profiboxer versorgt


Ein spannendes Detail in Dr. Baloghs Biografie: Seit Jahren ist er international als Ringarzt tätig. 2003 erhielt er vom Bund deutscher Berufsboxer seine Zulassung und hat viele Boxkämpfe im Profi- und Amateurbereich verfolgt. Einige sehr bekannte Profisportler wie zum Beispiel der frühere Weltmeister im Halbschwergewicht Dariusz Michalczewski und der Schwergewichtseuropameister Luan Krasniqi wurden von ihm verarztet.

„In erster Linie bin ich als Arzt da, und Boxer sind ja auch Menschen“, sagt Balogh schmunzelnd. Galt seine eigene sportliche Leidenschaft in jüngeren Jahren dem Florett-Fechten, so sei er irgendwann davon fasziniert gewesen, wie in den leichteren Boxklassen mit den Fäusten gefochten wurde. „Und dann war ich damals verwundert, dass im Profiboxen nicht geregelt war, wie die Gesundheit der Boxer zu schützen ist.“ Kurzerhand machte er sich selber ran und schrieb Regularien, die aus Sicht eines Mediziners notwendig sind. „Ich finde, Boxen ist heute eine der fairsten Sportarten die es gibt“, bemerkt Dr. Balogh. 2015 wurde er für seine Arbeit von der World Boxing Federation WBF als Arzt des Jahres ausgezeichnet. Voraussichtlich im September wird Balogh im slowenischen Maribor wieder bereit stehen, wenn es heißt „Ring frei zur Runde 1“. „Ich habe das in letzter Zeit etwas zurückgestellt, weil ich mich hier erst einarbeiten muss und“, so ergänzt er augenzwinkernd, „meine Probezeit noch läuft“.


Schilddrüsenwoche im April


Eine Inspiration hat Dr. Balogh aus seiner langjährigen Berufspraxis mit nach Perleberg gebracht: Die Schilddrüsenwoche. „Deutschlandweit beteiligen sich in diesem Jahr ungefähr 7000 Praxen an der Informationswoche. Ich mache das schon seit 20 Jahren.“ Experten schätzen, dass in Deutschland jeder dritte Erwachsene eine Erkrankung der Schilddrüse hat, viele Betroffene wüssten davon gar nichts. Und wer bereits auf Medikamente angewiesen ist, nehme sie oft falsch ein, so Balogh. Da wolle man Aufklärungsarbeit leisten. „So kompakt haben wir das noch nie gemacht. Wir rechnen mit einem großen Zulauf“, sagt Karsten Krüger.

Der Auftakt wird am 20. April um 15 Uhr in der Cafeteria des Kreiskrankenhauses gemacht, Balogh und der Wittenberger Sportmediziner Christian Berndt halten Vorträge. Für die kostenlose Beratung in der darauf folgenden Schilddrüsenwoche vom 25. bis zum 29. April ist eine Terminabsprache unter der extra dafür geschalteten Nummer 03876/304309 erforderlich.

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