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Getreideernte in der Prignitz : Volle Kornspeicher – leere Kassen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Trotz nassen Wetters und schwieriger Bedingungen auf den Äckern ist die Getreideernte in der Prignitz gut ausgefallen

von
erstellt am 26.Aug.2014 | 22:00 Uhr

Die Getreideernte in er Prignitz war in diesem Jahr ein voller Erfolg – eigentlich. Die Felder sind abgeerntet, die Kornspeicher gefüllt. Der Ertrag an Weizen, Raps und Co. ist überdurchschnittlich gut. Doch richtig freuen können sich die hiesigen Landwirte trotzdem nicht.

„Durch die höheren Erträge können die finanziellen Einbußen der Landwirte nicht oder nur teilweise aufgefangen werden“, sagt Lothar Pawlowski, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Karstädt und Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Prignitz. Dabei begann die Getreidezeit sehr gut. „Durch das warme Frühjahr hatten wir einen Vegetationsvorsprung, der das Wachstum des Getreides begünstigte“, so Pawlowski.

Bis zu drei Wochen früher als normal sprossen die ersten Triebe auf den Feldern. Gute Prognosen für die Erträge. Doch der häufige, teils starke Niederschlag während der letzten zwei Monaten erschwerte die Ernte. „Annähernd 14,5 Prozent Basisfeuchte sollte das Getreide beim Drusch haben. Was darüber hinaus abgeliefert würde, verursache zusätzliche Trockenkosten.“ Genau diese Situation wurde laut Pawlowski im August erreicht. War das Getreide zu nass, konnte zudem gar nicht gedroschen werden. „Je länger das Getreide steht, desto mehr verliert es seine Standfestigkeit und gleichzeitig wird es durch Unkraut durchwachsen. Man spricht von Vorernteverlusten. Der Verlust steigt von Tag zu Tag.“

Trotz der schwierigen Erntebedingungen fuhren die Prignitzer Landwirte eine sehr gute Ernte ein, so Pawlowski. „Von Rekordernte wie in Südbrandenburg möchte ich nicht sprechen, aber von einer überdurchschnittlichen.“ Vor allem Weizen hätte in diesem Jahr hohe Erträge erzielt, berichtet auch Landwirt Axel Liedtke aus Schönhagen bei Pritzwalk: „Wir haben etwa zehn Prozent mehr Weizen als im letzten Jahr“. Überdurchschnittlich hohe Erträge gäbe es auch bei Gerste und Raps.

Doch durch die weltweit niedrigen Preise für Getreide würden kaum höhere Gewinne erzielt. „Die Preise sind auf einem niedrigen Niveau. Raps liegt zum Beispiel bei 30 Euro pro Dezitonne. Das sind 20 Prozent weniger als im Vorjahr.“ Beim Getreide sehe es laut Pawlowski nicht besser aus: „Je nach Getreideart haben wir etwa 15 Prozent niedrigere Preise.“

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