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Volker Stark: 150-fache Preiserhöhung für Restmüll

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erstellt am 08.Feb.2012 | 09:24 Uhr

Perleberg | Alles schick, alles schön, unser Leser Volker Stark aus Groß Buchholz hatte renoviert. Die alten Tapeten und dererlei, was da so beim Malern anfällt, wanderten in zwei Müllsäcke, und auf ging es zur Kleinstannahmestelle nach Perleberg. Freundlich wurde er da allerdings zur Kasse gebeten. "Statt bisher zwei Euro, wie noch vor einem Jahr, forderte die nette Dame nun fünf Euro. Eine 150-fache Preiserhöhung. Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn immer mehr Menschen ihren Dreck kurzerhand im Wald entsorgen oder verbrennen", so unser Leser. Gewiss werden jene zur Verantwortung gezogen, doch Müll im Wald trägt selten einen Absender, räumt er ein.

Davon kann auch Stadtförster Stefan Koepp ein Lied singen. "In den letzten zwei Jahren wandert immer mehr Müll in den Wald. Tendenz steigend." Und es sind bei weitem nicht nur Gartenabfälle, sondern Hausmüll, Malerreste und vor allem auch Elektroschrott: Ausgediente Fernseher, alte Stereo-Anlagen, Computerbildschirme. "Und all das kann man kostenlos in den Containern der Kleinstannahmestelle entsorgen", betont der Stadtförster.

Also auch eine kostenlose Abnahme vom Kleinstmengen an Restmüll, wie von unserem Leser angeregt oder zumindest zu bedenken gegeben wird, dürfte demnach nicht allein Menschen zum Umdenken bewegen. Zudem muss letztlich immer einer die Rechnung bezahlen. Im Fall der illegalen Müllentsorgung in Mutter Natur fällt es der Allgemeinheit auf die sprichwörtlichen Füße. "Nicht nur, dass der Müll länger im Wald liegt, weil wir als Forstverwaltung rein kräftemäßig gar nicht in der Lage sind, all die illegalen Deponien sofort zu beräumen, auch die Kosten dafür werden umgelegt, spiegeln sich irgendwann in steigenden Müllgebühren wider", macht Koepp deutlich.

"Zum Nulltarif können wir auch Kleinstmengen Restmüll von privat nicht abnehmen. Trotz Erhöhung bleiben wir aber mit unserer Kalkulation noch weit unter dem Preis für Großabnehmern", betont Andreas Much, Sachbereichsleiter Abfallwirtschaft bei der Kreisverwaltung. Die gestiegenen Gebühren begründet er mit gestiegenen Kosten auch für die Entsorgung besagter Abfälle. Im Wald zu entsorgen oder was man nicht mehr braucht in Flammen aufgehen zu lassen, kann sehr teuer werden. Bis zu 50 000 Euro sieht die Satzung da als Strafe vor.

Unser Leser Volker Stark würde es nun überhaupt nicht in den Sinn kommen, seinen Malerabfall anders als geordnet zu entsorgen. "Und in diesem Fall hätte er alles in die Mülltonne oder in die grauen 80 Liter-Säcke stecken sollen. Denn da hinein gehören derartige Abfälle", erläutert Andreas Much.

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