Virus greift um sich : Vogelgrippe: Kreis erlässt Stallpflicht

Bei der letzten großen Vogelgrippewelle im Dezember 2007 wurden auch im Landkreis Prignitz zahlreiche Tiere auf eine Infektion untersucht. Speichel- und Kotproben wurden entnommen.
Bei der letzten großen Vogelgrippewelle im Dezember 2007 wurden auch im Landkreis Prignitz zahlreiche Tiere auf eine Infektion untersucht. Speichel- und Kotproben wurden entnommen.

Rastplätze der Zugvögel stellen hohes Risiko dar Jegliche Geflügelhaltung muss angezeigt werden

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26. November 2014, 22:00 Uhr

Schon am Dienstag hatte es sich angedeutet, seit gestern herrscht Gewissheit: Im ganzen Landkreis Prignitz gilt ab sofort eine Stallpflicht für Geflügel. Das hatte gestern Amtstierärztin Dr. Sabine Kramer entschieden. Grund dafür war der Nachweis des hoch ansteckenden Influenza-Virus des Subtyps H5N8 bei einer Wildente im Raum Rügen. Das Virus ist mit dem bei den jüngsten Geflügelpestausbrüchen in Europa nachgewiesenen Virus identisch, erklärt Kramer.

Der jüngste Ausbruch der Vogelgrippe wurde vor einigen Wochen zunächst auf Rügen nachgewiesen, dann in einem Stall in Mecklenburg-Vorpommern sowie in den Niederlanden.

In einem Erlass hatte der Landestierarzt am Dienstag die Stallpflicht für Geflügel angeordnet, allerdings nicht flächendeckend. Die Entscheidung darüber, wo Federvieh in den nächsten Tagen und vielleicht Wochen im Stall bleiben muss, obliegt den Landkreisen. In enger Abstimmung mit den Naturschutzverwaltungen sollen die Kreise Sperrgebiete festlegen.

Als Kriterium dafür gelten Rastplätze von Zugvögeln. Im Umkreis von einem Kilometer müsse das Hausgeflügel in den Stall, so die Landessicht. Auch große Anlagen mit mehr als 20 000 Tiere je Quadratkilometer gelten als hochriskant. Für diese gilt im Umkreis von drei Kilometern ein Hausarrest für privates Federvieh.

Nach gründlicher Abwägung habe Sabine Kramer sich entschieden, die Stallpflicht für den ganzen Kreis anzuordnen. Bei der Vielzahl von Prignitzer Rastplätzen der Zugvögel wäre sonst ein Flickenteppich entstanden, der sowohl für die Behörde kaum kontrollierbar, als auch für den Tierhalter nur schwer nachvollziehbar gewesen wäre.

Wer Hühner, Trut-, Perl-, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten oder Gänse (Geflügel) besitzt, hat diese entweder in geschlossenen Ställen zu halten oder
unter einer Schutzvorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung sowie einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss.

Plötzliche oder unklare gehäufte Todesfälle oder Erkrankungen von Geflügel sind dem Sachbereich Veterinäraufsicht und Verbraucherschutz des Landkreises unverzüglich zu melden, heißt es in der Verordnung weiter: Telefon 03876/713-402 oder -413. Zugleich erinnert der Kreis an die Pflicht eines jeden Halters, sein Geflügel registrieren zu lassen.




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