Bad Wilsnack : Visionen fürs Stadtzentrum

Die Schlossplatte vor der Wunderblutkirche soll bebaut werden.
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Die Schlossplatte vor der Wunderblutkirche soll bebaut werden.

Machbarkeitsstudie für Bebauung der Schlossplatte wird in Angriff genommen.

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12. Juni 2018, 21:00 Uhr

Wie soll die Schlossplatte an der Wunderblutkirche in Zukunft aussehen? Diese Frage beantwortet die Kirchengemeinde in Bad Wilsnack mit ihrem Plan eines Multifunktionsgebäudes. Dieses soll also dort entstehen, wo einst das Schloss der Familie von Saldern stand.

Doch bevor es überhaupt mit dem Bau losgehen kann, sind viele Vorbereitungen zu treffen. Am Anfang steht eine Machbarkeitsstudie, in der das Für und Wider dargestellt wird. Ein erstes Treffen für dieses Papier gab es vergangene Woche. „Es lief gut, wir hatten konstruktive Gespräche mit den Beteiligten“, sagte gestern Christian Richter, Vorsitzender des Gemeindekirchenrats, auf Anfrage. Mit dabei waren neben Architektin Regine Hartkopf, die auch an der Sanierung der Wunderblutkirche mitwirkt, Vertreter der Stadt, des Amtes Bad Wilsnack/Weisen und der KMG Klinik.

Im Grunde sieht der Plan vor, ein Gebäude zu schaffen, das mehrere Aspekte erfüllt. „Es soll einen musealen Teil geben, in dem wir all das Kunstgut, das derzeit noch in der Kirche lagert und nicht gezeigt werden kann, präsentieren“, so Richter vor Kurzem im städtischen Bauausschuss. Darüber hinaus ist ein Versammlungsraum für bis zu 130 Personen angedacht – für Feiern, oder Schulungen. „Ansprechen wollen wir auch Orchester- und Theatergruppen oder Firmen, die nahe der Bahn einen Anlaufpunkt haben, und sich hier für zwei, drei Tage einmieten. Abends können sie sich dann die Stadt und die Region ansehen“, beschrieb Richter die Idealvorstellung.

Regine Hartkopf hält einen Multifunktionsbau „für eine sehr gute Idee“. Die Wunderblutkirche sein der Motor in der Stadt, auch wenn die Therme und die Kurklinik wichtige Anker seien. „Aber durch die Sanierungsarbeiten ist rund um die Wunderblutkirche eine Dynamik entstanden, in der es nun auch die Chance der Bebauung der Schlossplatte gibt“, so Regine Hartkopf, die ein ähnliches Projekt in Merseburg umgesetzt hat. So würde eine städtebauliche Lücke geschlossen. Mit Blick auf die Raumplanung eines möglichen Neubaus hob die Expertin hervor, dass ein großer Tagungsraum wichtig für die Stadt sei. „Der Kirchenkreis hat keinen Raum für die Synode. Auch die Stadtverordneten haben keinen adäquaten Versammlungsort ohne Turnhallencharakter.“ Wie das Gebäude architektonisch aussehen könnte, spiele erst zu einem späteren Planungszeitpunkt eine Rolle, wenn die Machbarkeitsstudie positiv endet. Regine Hartkopf wagt dennoch einen Ausblick und spricht generell von maximal zwei Geschossen. „Wobei ich eher für einen Anderthalbgeschosser wäre, bei dem die Räume verschiedene Deckenhöhen haben.“


Förderantrag für Hortgebäude läuft

Die Machbarkeitsstudie soll im Herbst abgeschlossen sein. „Dann werden wir bestenfalls in den zweiten Teil starten, in dem es um belastbare Zahlen geht, also welche Dauerkosten entstehen und welche Einnahmen dem entgegen gesetzt werden können“, so Christian Richter. Er betonte, dass „wir keine Luftnummern erzeugen müssen und die will auch keiner“. Falls ein solches Multifunktionshaus nicht möglich ist, sei es eben so.

Weiter sind die Pläne schon beim einstigen Inspektoren- bzw. Hortgebäude. „Wir sind in den letzten Zügen beim Leaderantrag und haben noch einige Nachforderungen erhalten, die wir jetzt abarbeiten. Wir sind sehr optimistisch, dass wir noch diesen Monat eine Mittelfreigabe erhalten, so dass wir die Ausschreibung starten können“, erklärte Christian Richter im Bauausschuss. Falls alles optimal läuft, könnte im Spätsommer 2019 die Diakonie aus dem Haus an der Nikolaikirche gegenüber dem Westportal der Wunderblutkirche ausziehen und ihr neues Domizil im ehemaligen Hortgebäude finden. Im Souterrain würde sich dann die Diakonie wiederfinden, während im Obergeschoss eine Tagespflegestation für zwölf bis 14 Personen entstehen soll (wir berichteten).

Mit dem Umzug der Diakonie würde ihr jetziger Sitz im Haus gegenüber der Westfassade der Kirche frei. Dort solle an der Giebelseite ein Café etabliert werden, sagte Richter. Bisher gebe es für große Besuchergruppen, die beispielsweise per Reisebus an der Wunderblutkirche ankommen, nur das Bahnhofsquartier als Café. Allerdings könne die Kirchengemeinde ein solches im Stadtzentrum nicht selbst betreiben. Deswegen müsste nach einem Pächter gesucht werden.

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