Perleberger Kirchgemeinde : Vision: Spitze für den Kirchturm

Zum Stadtjubiläum warb der Förderverein Kirchturmspitze  in historischem Gewand ebenfalls Spenden ein. Das Highlight zum Stadtgeburtstag war die dritte Spendenplakette, die es nur an diesem Tag für eine 50 Euro-Spende gab. Insgesamt konnte der Verein so knapp 600 Euro einnehmen.
Zum Stadtjubiläum warb der Förderverein Kirchturmspitze in historischem Gewand ebenfalls Spenden ein. Das Highlight zum Stadtgeburtstag war die dritte Spendenplakette, die es nur an diesem Tag für eine 50 Euro-Spende gab. Insgesamt konnte der Verein so knapp 600 Euro einnehmen.

Vorhaben soll Gestalt annehmen / Kirchgemeinde gibt Schwingungsgutachten als Grundlage für Planung in Auftrag

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22. Juli 2014, 08:00 Uhr

Den Prignitz-Taler, den die Sparkasse Prignitz in diesem Jahr dem Perleberger Geburtstag gewidmet hat, konnte wer wollte sich zum Stadtjubiläum in Zinn prägen lassen. Und es wollten viele. So kann André Wormstädt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, 530 Euro an den Förderverein Kirchturmspitze Perleberg übergeben. Leuchtende Augen beim Vorsitzenden Herbert Dreifke. „Wieder sind wir unserem großen Ziel ein kleines Stückchen näher.“

Es ist eine große Vision, doch Herbert Dreifke und seine Mitstreiter sind fest davon überzeugt, dass sie Realität wird: Eine neue Turmspitze für die Perleberger Kirche! Vor vier Jahren wurde der Förderverein gegründet, um die Finanzierung eines neuen Turmaufbaus samt Glocken und Spitze anzuschieben. Seither wurden so um die 20 000 Euro an Spenden gesammelt. Katharina Wolff beschäftigte sich in ihrer Masterarbeit im Bereich Denkmalpflege an der Technischen Universität Berlin mit der bautechnischen Nutzungsgeschichte des Turms von St. Jacobi und daraus resultierenden Konsequenzen bei einem Wiederaufbau. Das Architekturbüro Wieck und das Ingenieurbüro Oltersdorf haben Ideen der Gestaltung des oberen Teils des Kirchturmes zu Papier gebracht.

Doch wie nun weiter? Ohne Projekt und Planung gibt es keine Fördermittel, „können wir auch nicht einschätzen, was finanziell auf uns zukommt“, bringt es der Vereinsvorsitzende unumwunden auf den Punkt. Am ehrgeizigen Ziel, bis 2016, wo sich das Datum des großen Kirchenbrandes zum 100. Mal jährt, zumindest schon begonnen zu haben, wolle er aber nicht abrücken.

Am 27. November 1906, um 6 Uhr schlugen riesige Flammen aus dem Kirchturm, die Glocken läuteten ihr eigenes Ende. Es war dieses Feuer, das sich tief in die Seele der Perleberger einbrannte und die Kirchturmspitze vernichtete.

Summa summarum zwischen 700 000 und 800 000 Euro wird der Wiederaufbau samt Geläut kosten, überschlägt Dr. Andreas Draeger, ein Mann vom Fach, leitete er doch viele Jahre den Bauausschuss des Kirchenkreises. Um jedoch das überaus hehre Vorhaben in reale Bahnen zu leiten, bedürfe es der Planung eines Architektenbüros. Außer Zweifel stehe, man werde in Modulen sanieren müssen, doch das Konzept fürs Ganze, samt Finanzierung muss stehen, so Dr. Draeger.

„Bestand, Abbruch und Neubau des Treppenaufgangs, damit muss es losgehen“, bringt Herbert Dreifke auf einen kurzen Nenner. Dann erst folgen die Glocken. Ob zwei Bronzeglocken oder mehr, das sei in erster Linie eine Frage der Statik, ergänzt Dr. Draeger. Auch die Frage muss beantwortet werden. Den krönenden Abschluss dann bilde die eigentliche Turmspitze, wie sie 1852 von dem Baumeister Friedrich August Stüler errichtet wurde.

Bis dato ist alles aber nur eine Vision, die auf eine reale Basis gestellt werden muss. Und das will die Kirchgemeinde, die dieses Projekt unterstützt, betont Pfarrer Tilmann Kuhn, wohl wissend, dass es ohne konkretes Projekt schwierig ist, Fördertöpfe zu erschließen. „Denn ohne diese geht es nicht.“ Die Kirchgemeinde gibt jetzt ein Schwingungsgutachten in Auftrag. Davon erwarte man unter anderem genaue Auskunft über den baulichen Zustand des Turmes. „Es wird dabei hinter die Fassade geschaut, um konkrete Aussagen über den Ist-Zustand zu erhalten und darüber, wie umfangreich die Arbeiten sind, die anstehen. Denn bei so einem alten Turm muss man baulicherseits durchaus mit Unwägbarkeiten rechnen“, so Tilmann Kuhn.

Das sei der erste Schritt, der nun gegangen werde und mit dem man zugleich die Grundlage für konkrete Planungen schaffe. Stichwort Planung. Auch dafür müssen 4000 bis 5000 Euro angesetzt werden, wie Dr. Draeger überschlägt. „Auch Planungen können unterstützt werden“, gibt sich Pfarrer Kuhn optimistisch. „Es gibt ausreichend Fördermöglichkeiten, man muss sie nur finden. Und wir brauchen ein konkretes Projekt. Das bereiten wir jetzt vor.“

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