Lebenshilfe in Wittenberge : Vielseitige Produktionsstätte

Ordentlich Muskelkraft benötigt Mathias Wesse für das Stanzen von Bestandteilen von Frankiermaschinen.
Ordentlich Muskelkraft benötigt Mathias Wesse für das Stanzen von Bestandteilen von Frankiermaschinen.

Lebenshilfe Prignitz öffnete ihre Türen im Industriegebiet Nord

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30. September 2017, 05:00 Uhr

Die Arbeit von Mathias Wesse erfordert viel Kraft. Er stanzt mit Hilfe einer Maschine die Einzugsrollen für Frankiermaschinen zusammen. Sein Arbeitsplatz ist eine Werkstatt auf dem Gelände der Lebenshilfe Prignitz im Hirtenweg. Gestern öffnete die Einrichtung ihre Türen für Besucher und beging so das 20-jährige Bestehen der Hauptwerkstatt an diesem Ort.

Susann Bolz, Leiterin der Hauptwerkstatt, führte die Besucher zusammen mit einigen Kolleginnen über das Gelände. „Hier im Hirtenweg arbeiten etwa 250 Menschen mit Beeinträchtigungen. Dazu kommen weitere 70 in unserer Zweigwerkstatt Werktec in Wittenberge und noch einmal 171 in unserer Zweigstelle in Pritzwalk“, berichtete sie. In den vergangenen zwei Jahren seien vier Menschen in eine sozialversicherungspflichtige Arbeit vermittelt worden, weitere zwölf sind dauerhaft in Betrieben tätig, gehören aber noch zu den Werkstätten der Lebenshilfe.

Auf dem Gelände im Industriegebiet Nord produzieren die Menschen mit Beeinträchtigung ganz verschiedene Waren für viele Firmen aus der Region und darüber hinaus. So zum Beispiel für die Firma Francotyp-Postalia, die auch eine Niederlassung im Industriegebiet Nord hat, Teile für Frankiermaschinen. Das gehört zum Aufgabenfeld von Mathias Wesse. Für ein anderes Unternehmen werden Fischköder hergestellt. Die Einzelteile werden geliefert und dann im Hirtenweg zusammengefügt. „Bis zu 300 solcher Köder schafft eine Kollegin am Tag“, erklärt Silke-Dana Schmidt, Gruppenleiterin Montage/Verpackung 4, den verblüfften Besuchern. Seit etwa einem Jahr arbeiten die Lebenshilfe-Werkstätten in der Elbestadt auch für die Firma Niku Kunststoffe in Niedersachsen. „Wir helfen bei der Fertigung so genannter Anstoßkappen“, erklärt Susann Bolz. Das sind Kopfbedeckungen, die durch spezielle Kunststoffeinlagen stoßfest sind. Letztlich werden sie durch die Firma Uvex verkauft. Größter Auftraggeber sind die Meyenburger Möbelwerke.

Anschließend zeigte Susann Bolz den Teilnehmern an der Führung noch das Therapiezentrum mit Physio- und Ergotherapieräumen sowie einem Sportraum. Derzeit wird in dem Trakt noch gebaut, denn die Druckerei der Lebenshilfe soll aus Platzgründen vom aktuellen Standort am Stern an den Hirtenweg umziehen.

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