zur Navigation springen

Brandschutz und Erste Hilfe : Viele Verbände und ein realer Polizist

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

In der Grundschule Berge üben Schüler Brandschutz und Erste Hilfe

svz.de von
erstellt am 21.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Kopfverbände, Binden an Armen und Beinen, Rettungsfahrzeuge auf dem Hof, die Grundschule Berge hat an diesem Freitag in den Katastrophenmodus geschaltet. Die Lehrer hatten Feuerwehr, Polizei und Katastrophenschutz zum Aktionstag eingeladen. Von Stunde zu Stunde wird die „Verletztenliste“ länger, die bei der Ersten Hilfe versorgten Mädchen und Jungen lassen die Verbände begeistert dran.

Fröhliche Kinderstimmen schallen durch die Flure, der ungewöhnliche Unterricht kommt gut an. Bei strömendem Regen hat die Freiwillige Feuerwehr Berge ihre Aktivitäten in das Gebäude verlegen. Der Brand wird im Umkleideraum simuliert. „Es ist erstaunlich, was sich die Kinder von der Übung vor zwei Jahren gemerkt haben“, freut sich der stellvertretende Ortsbrandmeister Thomas Eggebrecht. Ruhe bewahren, Lehrer informieren und sich zügig in einer Reihe aufstellen zum Verlassen des Raums, fast alles funktioniert ohne Anleitung. Auch wie und wann Feuerlöscher benutzt werden, wissen die Schüler noch. Zum Schluss wird eine Spritze in Betrieb gesetzt, durch eine offene Tür sprüht das Handgerät nach draußen.

„Die Fahrzeuge besichtigen, Helm und Uniform anprobieren, Technik kennenlernen oder einige Meter die Trage benutzen, daran haben die Schüler viel Spaß“, konstatiert Eggebrecht.

Eine Etage darüber erläutert Ralf Arnoldt vom Kreisfeuerwehrverband, wie ein Brand entsteht, sich ausbreitet und wie man sich vor den Flammen schützt. Dazu nutzt er das Rauchhaus, ein High-Tec-Puppenhaus, mit dem Feuer simulieren werden. Auch eine Schutzmaske probieren die Kinder auf, versuchen damit zu sprechen.

Während zuvor die Antworten einstimmig ausfielen, findet die Frage, wer zuhause Rauchmelder hat, ein gespaltenes Echo. Arnoldt erklärt Nutzen und Wirkungsweise, will dann wissen, wer nachts bei einem Feuer aufwachen würde. Alle Kinder glauben, dass sie das schaffen würden. Die Erklärung des Feuerwehrmannes, dass im Schlaf die Sinnesorgane wie alle Körperfunktionen heruntergefahren werden und man deshalb nicht aufwache, führt zu nachdenklichen Gesichtern. Denen werden wohl in einigen Familien Gespräche zum Anbringen von Rauchmeldern folgen.

Der vom Katastrophenschutz aus Pritzwalk simulierte Verletztentransport bringt die kleine Johanna zum Strahlen. Sie wird auf die große Rolltrage gehoben, fixiert und ein kleines Stück durch den Raum geschoben. Toll war das, flüstert sie ihren Klassenkameraden zu.

Vorstellungen aus dem Fernsehen über seinen Beruf korrigiert Revierpolizist Gerald Jach. „Wenn ich wie bei Cobra 11 ständig das Dienstauto verschrotte, gehe ich bald zu Fuß“, erläutert er den Kindern. „ Fälle lösen wir nicht in 45 oder 90 Minuten. Und hier gibt es nicht so viele böse Menschen wie in den Serien. Wir schießen nicht ständig, sondern nutzen andere Möglichkeiten, für Ordnung und Sicherheit zu sorgen.“ Dann folgen Ratschläge wie beispielsweise Diebstählen vorgebeugt werden kann.

„Den Kindern macht es Spaß, sie lernen viel und wir Lehrer frischen Kenntnisse in Erster Hilfe und dem Umgang mit Feuerlöschern auf“, sagt Schulleiterin Ramona Hoschek.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen