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Ein Perleberger mit besonderer Ambition : Viele Gründe fürs Deckelschrauben

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Warum beim Groß Buchholzer Wolfgang Mostaller kein Plasteverschluss mehr in den Müll wandert.

von
erstellt am 13.Sep.2017 | 11:00 Uhr

Er mache nichts Verbotenes und nichts Besonderes, „also warum dann so ein Aufsehen“, fragt Wolfgang Mostaller sichtlich erstaunt über den Anruf des „Prignitzers“. Stimmt, aber Hand aufs Herz, wer von Ihnen, liebe Leser, hat sonnabends im Discounter schon mal Plastedeckel von den Flaschen geschraubt, um Kinderaugen leuchten zu sehen. „Ich schraube auch nicht jeden Sonnabend“, relativiert der Groß Buchholzer sogleich. Wenn er warten müsse, warum dann nicht nutzbringend, sagte er sich, fragte in den Discountern nach und „niemand sagte Nein“. Außerdem sei er auch nicht der einzige Schrauber.

Den Anstoß für Wolfgang Mostallers nichtalltägliche Zeitüberbrückung lieferte die Aktion des Rotary Clubs die der der „Prignitzer“ unterstützt. 500 Deckel für eine Schutzimpfung gegen Kinderlähmung. „Eine tolle Sache, die vor allem den Nachwuchs selbst begeistert“, weiß Mostaller. Denn es war eine Mutti aus seiner Volleyballgruppe, die den Groß Buchholzer mit der Sammelleidenschaft ihres Nachwuchses „infizierte“.

Ob in der Firma, beim Fußball oder wo auch immer, Kunststoffdeckel wanderten fortan nicht mehr in den Müll. „Schlimm genug, dass wir in einer Wegwerfgesellschaft leben. Wir konnten es schon mal besser“, betont Wolfgang Mostaller. Es ärgere ihn maßlos, dass so viel weggeworfen werde und das vielfach einfach am Straßenrand oder in Mutter Natur obwohl es ausreichend Möglichkeiten gebe, alles ordentlich zu entsorgen.

Mit den Plastedeckeln schlage man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe, wie man so schön sagt. Ein Wertstoff werde wieder dem Kreislauf zugeführt. Zugleich sorge man dafür, dass ein Kind die Impfung bekommt, um nicht an Kinderlähmung zu erkranken. „Und was ist schöner, als in große, glückliche Kinderaugen zu blicken.“ Es sei doch nicht so schwer, einfach die Deckel von den Flaschen zu schrauben, bevor man den Kasten abgibt. „Bei mir geht kein Kunststoffdeckel mehr verloren“, betont Wolfgang Mostaller. Und hat er wieder genügend zusammen, dann werden sie mit in die Volleyballgruppe genommen, „damit das Kind was zum Abliefern hat“, fügt er lachend an.  

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