Viel Platz für die Jüngsten

Die Prignitz  liegt - neben anderen Landkreisen - in der Betreuungsquote weit über dem Bundesdurchschnitt. dpa
Die Prignitz liegt - neben anderen Landkreisen - in der Betreuungsquote weit über dem Bundesdurchschnitt. dpa

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19. Mai 2011, 07:38 Uhr

Prignitz | Bei der Betreuungsquote von Kleinkindern in Kindertagesstätten und bei Tagesmüttern herrschen im Landkreis Prignitz nahezu paradiesische Zustände. Denn: Die Betreuungskapazitäten sind derzeit höher als die Nachfrage. Die Kitas seien zu 81 Prozent ausgelastet, sagt Danuta Schönhardt, zuständige Geschäftsbereichsleiterin in der Kreisverwaltung. In absoluten Zahlen ausgedrückt, bedeutet das: 4221 Kinder werden in Tagesstätten betreut, davon 750 Mädchen und Jungen bis zu drei Jahren. 964 Plätze sind noch frei. "Hinzu kommen 95 Kinder, die bei Tagesmüttern untergebracht sind, davon 25 im Alter von null bis drei Jahren", informiert Schönhardt. Die Gesamt-Platzkapazität in diesem Bereich beträgt 135.

Der Trend seit 2008 weise bei der Betreuung von Kleinkindern deutlich nach oben, werde sich nun aber wohl auf einem bestimmten Niveau einpegeln. "2008 besuchten 640 Kinder im Alter von null bis drei Jahren eine Kita, 2009 waren es 700, 2010 zählten wir 755 und aktuell sind es, wie schon gesagt, 750", verdeutlicht Danuta Schönhardt.

Die Bundesregierung will bis 2013 Betreuungsplätze für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren schaffen. Das Kinderförderungsgesetz (KiföG) trat am 16. Dezember 2008 in Kraft. Ab 1. August 2013 soll nach Abschluss der Ausbauphase ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für alle Kinder vom vollendeten ersten bis zum vollendeten dritten Lebensjahr eingeführt werden. Von den insgesamt zwölf Milliarden Euro, die für den Ausbau benötigt werden, trägt der Bund mit vier Milliarden Euro rund ein Drittel.

Allerdings lief der Krippenausbau nach Inkrafttreten des Kinderförderungsgesetzes nur schleppend an, wie eine Auswertung von Zahlen des Statistischen Bundesamtes durch dpa-RegioData ergab. Nicht so in der Prignitz: "Wir sind einer der Landkreise, die alle zur Verfügung stehenden Fördermittel in den entsprechenden Jahresscheiben komplett abgerufen haben", sagt Danuta Schönhardt. Das waren bislang rund 1,6 Millionen Euro, hinzu komme ein Eigenanteil von zehn Prozent seitens des jeweiligen Trägers der Einrichtung. Das Geld, so Schönhardt, floss in bauliche Investitionen und in die Ausstattung. Auch Tagesmütter profitierten. Die Summe könnte sogar noch steigen: Weil andere Kommunen Fördergeld nicht abgerufen haben, sei es möglich, dass der Landkreis weitere Mittel bekommen kann. Die Vorbereitungen dafür, so Schönhardt, laufen.

Bis 2013 will die Bundesregierung Betreuungsplätze für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren schaffen. "Da liegen wir bereits jetzt weit drüber", resümiert die Geschäftsbereichsleiterin. Die hohen Betreuungsquoten im Osten haben Tradition: In der DDR war es üblich, dass Mütter schnell nach der Geburt wieder Vollzeit in den Beruf einstiegen und die Kinder eine Krippe besuchten. Deutschlandweit schwanken die aktuellen Ganztagsbetreuungswerte laut dpa zwischen 50,6 Prozent im Weimarer Land und 0,4 Prozent in den bayerischen Landkreisen Tirschenreuth, Freyung-Grafenau sowie dem niedersächsischen Wittmund.

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