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Die prignitz im Internet : Viel Geduld und ein starker Finger sind nötig

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Internetauftritt des Amtes Putlitz-Berge besticht durch schöne Fotografien – Wer jedoch etwas Bestimmtes sucht, gelangt nur durch regelrechte Klick-Orgien ans Ziel

svz.de von
erstellt am 23.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Dass sich eine Stadt, ein Amt oder eine Gemeinde im Internet präsentiert, ist heute selbstverständlich. Auch die Prignitzer Kommunen und der Landkreis sind mit eigenen Seiten vertreten. Doch das allein genügt noch lange nicht. Sinnvoll ist eine solche Seite nur, wenn sie aktuelle und umfangreiche Informationen für Bürger und Touristen liefert, übersichtlich gestaltet und leicht handhabbar ist. In einer Serie stellen wir die einzelnen Webseiten vor, analysieren und bewerten sie. Heute: www.amtputlitz-berge.de

Inhalt: 2/5 Punkten

„Wo bin ich denn hier gelandet?“ denkt bestimmt der ein oder andere irritiert, wenn er die Website des Amts Putlitz-Berge öffnet. Auf der Startseite gibt es keine einleitenden Worte, keine freundliche Begrüßung, nichts. Dafür springen einem gleich nackte Sprechzeiten, Kontaktdaten und sogar Bankverbindungen ins Auge. Sowieso erinnert die Website vielerorts eher an ein Adressbuch. Überall findet man sie: Postanschriften. Ob von Vereinen, Kirchen, Ärzten oder Unternehmen.

Dafür kommen andere Themen zu kurz. Die Nachrichten zum Beispiel. Die finden wir „Aktuelles“. Nur aktuell ist hier leider nichts. Zum Zeitpunkt unserer Bewertung stammt die letzte Nachricht vom 29. Mai 2013 und die vorletzte sogar vom September 2012. Gab es in Putlitz-Berge in den letzten 15 Monaten nur zwei nennenswerte Ereignisse? Wenn man unter „Veranstaltungen“ nachsieht, mag man das sogar glauben. Denn auch hier herrscht für 2014 gähnende Leere. Abgesehen von zehn Karnevalsmeldungen und dem Veranstaltungstipp „Theater auf dem Burggelände Putlitz“. Noch bizarrer wird es, wenn man auf der Seite auf den Gemeindeteil „Putlitz“ klickt. Dort steht nämlich unter „Aktuelle Meldungen“ die Nachricht zur Verleihung des Putlitzer-Preises – allerdings zu der von 2009.

Etwas aktuellen Inhalt haben wir dann doch gefunden. Satzungen, Formulare und Amtsblätter werden den Bürgern zur Verfügung gestellt. Außerdem kann man sich hier über Immobilien informieren. Positiv ist auch, dass die Blutspendetermine einzusehen sind. Damit hat sich die Seite auf zwei Punkte retten können.

Gestaltung: 2/5 Punkten

Wie gesagt, die Startseite ist uns ein Dorn im Auge. Da kann auch die Gestaltung nichts mehr gut machen. Das fängt schon beim Titelbild an. Die Äste im Wind sind zwar hübsch anzusehen, aber eine Verbindung zur Region lässt sich hier nicht erkennen. Insgesamt wirkt das Layout in Blau- und Beigetönen etwas altbacken. Dafür ist die Schrift auf dem hellen Untergrund gut leserlich.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Vielfalt an Bildern. Da haben sich die Macher wirklich Zeit genommen. Fast jedes Gebäude, jede Feuerwehr und jede Sehenswürdigkeit ist auf der Seite abgelichtet.

Navigation: 2/5 Punkten

Achtung! Hier klickt man sich die Finger wund. Für keine Info reicht ein Mausklick. Im Gegenteil: Nutzer müssen sich hier durch eine Flut von Seiten arbeiten, um zum gewünschten Ziel zu gelangen. Sucht man beispielsweise die Adresse eines Kosmetikstudios – wenn man auf die Idee kommt, auf einer Ämterseite danach zu suchen – muss man erst auf sechs aufeinander folgenden Seiten den entsprechenden Link anklicken. Für diese Fingerübung wird man jedoch nicht einmal belohnt. Meistens stößt man auf nichts weiteres, als die Kontaktdaten. Ein Blick ins Telefonbuch ist schneller.

Selbst bei Suchanfragen über die Suchmaschine kommt man nicht direkt zum Ziel.

Zugute muss man der Seite halten, dass sie klar beschriftet ist. Wer sich in diesem Seiten-Dschungel verlaufen hat, findet über den „Zurück“-Button wieder auf die Startseite. Insgesamt gibt es dafür zwei Punkte.

Zugänglichkeit: 3/5 Punkten

Drei Punkte gibt es von uns für die Zugänglichkeit. Im Browser baut sich die Seite, trotz der Vielzahl an Bildern, problemlos auf. Eine Vergrößerungsmöglichkeit erleichtert es Menschen mit einer Sehschwäche, Texte lesen zu können. Doch leider verfügt die Website nicht über eine kompakte Smartphone-Version. In der heutigen Zeit werden jedoch viele Informationen über mobile Geräte abgerufen. Doch was nicht ist, kann ja noch werden.

Interaktion: 2/5 Punkten

Interaktion ist auf der Putlitz-Berge-Seite wohl eher nicht erwünscht. Zwar gibt es den Button „Anregungen“, allerdings wurde dieser gut versteckt am unteren Ende der Webseite platziert. Auch das Kontaktformular für Anfragen findet man nur im Impressum. Um Bürgernähe zu zeigen, sollten diese Aktionsfelder fest auf der Startseite verankert sein. Ein Forum oder ein Gästebuch gibt es gar nicht. Auch ein soziales Netzwerk auf Twitter, Facebook, Google+ und Co. fehlt. Daher hierfür nur zwei Punkte.


Sonstiges
 

Hier gibt zwei extra Punkte für die Seite von Putlitz-Berge. Zum einem für den Newsletter und zum anderen für die Klimafreundlichkeit der Webseite. Die Internetseite wird auf Servern bereit gestellt, deren Energiebedarf ausschließlich aus regenerativen Energiequellen gedeckt wird, ist im Impressum nachzulesen. Daumen hoch dafür.

Fazit: 2,5/5 Punkten

Das Amt Putlitz-Berge hat bei der Planung eindeutig viel vorgehabt. Fotos und der sehr tiefgreifende Aufbau zeugen davon. Allerdings scheint es so, als ob den Machern unterwegs die Puste ausgegangen ist. Kein Wunder bei den Verschachtelungen der Inhalte. Da sieht wohl selbst das Amt nicht mehr durch.

Doch was viel trauriger ist: Es scheint sich niemand mehr um den Internetauftritt zu kümmern. Die letzte „aktuelle“ Nachricht ist vom Mai 2013. Und für das gesamte laufende Jahr gibt es bisher nur elf Veranstaltungen.

Man kann nur hoffen, dass irgendjemand diese Seite wieder in die Hand nimmt. Wichtig ist, dass Prioritäten gesetzt werden. Weniger ist manchmal mehr.

 

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